> Gedichte und Zitate für alle: Altmüller: Auf dem Christmarkt (3)

2017-09-09

Altmüller: Auf dem Christmarkt (3)


Auf dem Christmarkt

Von Allem, was ich hier vergnüglich füle,
Ist Keines, das so wolig mir behagt,
Als daß in diesem hastigen Gewüle
Kein Einz'ger nach der eignen Freude jagt;
Da ich die Sorge seh' so heiter wandern,
Mit der sich allwärts einer um des andern
Herzlieblingswünsche eifrig-frölich plagt.

Ist's nicht, wie wenn der alten Adams Triebe,
Die durch das ganze Jahr beherrscht die Welt,
Mit Einem Mal vor spendefroher Liebe
Geräumet hätten überall das Feld?
Als wär' der dunkle Drang, sich selbst zu pflegen,
Das liebe Ich mit Gunst und Gab' zu hegen,
Vom Christnachtslicht gescheucht und aufgehellt!

O Nacht der Wunder, heller als der Tage
Lichthellster, was uns auch dein Glanz erwirbt-
Das Beste bleibt, daß vor dir jede Frage
Nach eigner Lust so wunderbar erstirbt;
Daß einmal still wird selbsttisches Begehren
Und nur die Sorge, fremde Freud' zu mehren,
Ganz leis die unsre, doch halb froh, verdirbt.


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