> Gedichte und Zitate für alle: Apel: Eine Geschichte-1 Mein Kind, des reichen Nachbars Sohn (21)

2017-09-18

Apel: Eine Geschichte-1 Mein Kind, des reichen Nachbars Sohn (21)



Eine Geschichte

1.

„Mein Kind, des reichen Nachbars Sohn,
Er ist in Dich verliebt zum Sterben;
Er hat mich im Vertrauen schon,
für ihn um Deine Hand zu werben. „

„Was frag ich nach dem reichen Mann,
Nach seinem Gut und goldnen Haufen;
Den nehme ich, den ich lieben kann,
Mein Herz ist nicht für Geld zu kaufen.“

„Ei hört mir doch den Übermut!
Hast viele Freier wohl zu zählen?
Du weißt, Du bist ein armes Blut,
Wirft, wen ich will, zum Manne wählen.

Als Waise kamst Du in mein Haus,
Hast hier das Gnadenbrot genossen;
Noch heute treib' ich Dich hinaus,
Wirst Du nicht tun, was ich beschlossen.“

„Und aß ich hier das Gnadenbrot,
Zu war's zu meinem bittern Leide;
Jagt mich nur fort in Schmach und Not
Ihr zwingt mich nicht zu falschem Eide.

Vergesst, was meiner Mutter Ihr
Am Sterbebett für mich versprochen.
Mein Liebster hat mein Wort; von mir
Wird nimmermehr der Schwur gebrochen!“

„Dich aufzuziehn in Recht und Ehr',
War meiner Schwester letzte Bitte;
Ich hab's getan mit Rath und Lehr',
Zum Dank verhöhns Du Zucht und Sitte.

Hast an den Menschen Dich gehängt-
Wo bleibt denn der mit seinen Schwüren?
Wie wird er lachen, wenn er denkt
Wie leicht im ward, Dich anzuführen.

Nicht wollte Deine Mutter dort,
Das Deinethalb mein Haus ich schände,
Dein Ungehorsam treibt Dich fort-
Ich wasch in Unschuld meine Hände!“


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