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2017-09-14

Gedicht A.Kaufmann: Arme Heimatlose (4)



Arme Heimatlose

Arme Heimatlose,
Flüchtig und allein,
Soll denn keine Rose
Dir gewachsen sein?

Soll kein Herd Dir leuchten
Als erwünschtem Gast?
Suchst Du nur auf feuchten
Mosen Ruh und Rast?

Arme Heimatlose,
Flüchtig und allein,
In des Unglücks Schoose
Sollst Du heimisch sein?--

Als ich unter Scherzen
Dich ans Herz gedrückt,
Warst an meinem Herzen
Du nicht rein beglückt?

Sprach nicht eine Stimme:
„hier ist Rast und Ruh!?
Vor der Schicksals Grimme
Deckt Dich Liebe zu!

Reine Heimatlose,
Schweift Du in der Welt,
Die auf mildem Moose
Einsam Lager hält!

Ist ein Herz errungen,
Das treuinnig liebt,
Das sich ungezwungen
Dir zu eigen gibt:

Arme Heimatlose,
Ist's nicht auch ein Haus,
Drin dem Glück im Schooße
Still sich ruhet aus?“

Alexander Kaufmann 1817-1893

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