> Gedichte und Zitate für alle: C. Altmüller: Sommerfrühe (12)

2017-09-10

C. Altmüller: Sommerfrühe (12)





Sommerfrühe

Der Morgen kül und leise
Bricht in das Tal herein,
Als könnte nicht die heiße
Tagsglut sein Erbe sein.

So still und gottgeborgen
Ist meine Seele nun,
Als sollten keine Sorgen
Noch heute auf ihr ruh'n.

Ich wandle unter Bäumen,
Da rauscht der Morgenwind
Und leise wie aus Träumen
Der Vöglein Lied beginnt.

Der Tau aus Blüten leuchtet,
Wie Augen, die zur Nacht
Ein heimlich Leid gefeuchtet,
Und die doch froh erwacht.

O Tag, was wirst du spenden
Bis zu dem Abendrot?
Was birgst du in den Händen
An Wirniß, Leid und Not?

Ich geh' dir frisch entgegen,
Gib Gott, daß, bis du stirbst,
Du mir den Morgensegen

Keine Kommentare: