> Gedichte und Zitate für alle: Das Gold im Stein (7)

2017-09-14

Das Gold im Stein (7)


Das Gold im Stein

„Wenn zu Würzburg auf dem Steine,
Herr, Ihr wacker grabt und schürft,
Findet Ihr in seiner Tiefe
Goldes mehr, als Ihr bedürft.

Reißt das Weingelände nieder,
Denn es hemmt dem Weg zum Hort.-
Sprechet endlich der Erlösung
Letztes, zauberkräft'ges Wort!“

Drauf der Bischof ernst entgegnet:
„Reicht ein Glas von feinem Wein!
Kann der Glanz des reinsten Goldes
Herrlicher als dieses sein?

Was da reift im Sonnenstrahle,
Unter Gottes Blick genährt,
Sucht er nicht in grausen Tiefen,
Die kein Lichtglanz je verklärt!

Das ist Gold, das uns erfreuet,
Das dem Kranken zauberhaft
Die Genesung wiederbringet,
Das den Greis zum Jüngling schafft.

Rühmt Ihr gleichen Wundersegen
Von dem Gold, das unten ruht?
Lasst den Berg-er trägt in Fülle
Längst den herrlichsten Tribut.“

Alexander Kaufmann 1817-1893

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