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2017-09-17

Das Mägdlein tritt zur Abendzeit (6)



Das Mägdlein tritt zur Abendzeit

Das Mägdlein tritt zur Abendzeit
Still vor aus hellbeglänzten Saale
Was soll mir all die Herrlichkeit,
Der Gäste Lärm beim lauten Mahle?
Dem Garten hier, die stille Nacht,
Den frommen Blüten sag's ich sacht,
Was mich unendlich selig,
Was mich so traurig macht!

Die Rose schaut so lieb mich an,
Tautröpfchen viel im zarten Schoose.
Wenn Du, dass Deine Zeit verrann?
Gilt mir die Träne, süße Rose?
Und nahm ich Dich, und drückt ich Dich
An meine Brust herzinniglich-
Du würdest nur verwelken,
Ach, ohne Trost für mich!

Die Nachtigall, sie ruft vertraut
Ihr Leid mir zu in süßen Tönen,
Als hätt sie mir ins Herz geschaut
Und wollte liebend mich versöhnen.
Und hätt sie mir ins Herz geschaut
Und wollte liebend mich versöhnen.
Und hätt ich sie und wer sie mein,
Sie säng vor meinem Fensterlein-
Doch zög mit allen Liedern
Nicht Ruh ins Herz mir ein.

Wo Silbermond, mit sanftem Licht
Hast oft Du meinem Glück geleuchtet:
Hast mir geschaut ins Angesicht,
Das warme Tränentuch befeuchtet.
Dich grüß sich oft, Dich liebe ich heiß,
Was mich bedrängt, Dir sag ich's leis-
Ach, dass ich Deine Blicke
Mir nicht zu deuten weiß!

Wie Hörner tönts aus tiefem Tal
Vom Jägerhaus am Felsenhange.
O sei gesegnet tausendmal,
Vom Jägerhaus am Felsenhange.
O sei gesegnet tausendmal,
Der mich begrüßt mit süßem Klange!
Ja, hätte ich Dich und wärst Du mein,
Dürft ich Dir sagen: ich bin Dein-
Ich würd unendlich selig

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