> Gedichte und Zitate für alle: Das Waldkonzert (8)

2017-09-14

Das Waldkonzert (8)




Das Waldkonzert

Die Quelle wird nicht Rauschens müd,
Sie rauscht bei Tage, rauscht bei Nacht;
Die ew'ge Unruh im Geblüt
Geht's fort und fort-das weint und lacht!

Der Vogel singt den vollen Tag;
Wenn kaum sich hebt das Morgenrot,
Klingt hier und dort der süße Schlag-
Die Bäume nur warum zu Tod?

Die Bäume steh'n so stumm dabei,
Gebannt an Einen festen Ort;
Das ist ein stetes Einerlei
Und spräch doch gern ein lustig Wort.

Die Bäume steh'n noch unbewegt,
Da naht der Sturm, der Virtuos,
Und wie er kaum zum Takt anschlägt,
Brichts volle Musizieren los.

Die erst so stumm, sie rauschen jetzt,
Sie brummen Bass, sie singen Alt-
In ein Konzert glaubt sich versetzt,
Wer dann durchzieht den Klingewald.

Alexander Kaufmann 1817-1893

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