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2017-09-05

Der Hasensprung (13)



Der Hasensprung

Des Frühlings laue Lüfte wehten,
Geschütze riefen fern am Strand',
Die Fluth des Stroms sey ausgetreten.
Doch Einen gab's, der's mißverstand!
Nicht dünk Euch dieses wunderbar,
Weil es ein armer Hase war.

Der wähnt', es sey ein Fest für Jäger,
Verbarg nur desto tiefer sich,
Bis sein Versteck mehr einem Häger,
Als freiem Feld und Acker glich;
Er selbst, als jüngster Robinson,
Schien Insel-Prinz und Nation.

Doch-Wandelbare Herrschefreude!-
Stets mehr verengte sich sein Land,
Das bald nur eine krumme Weide
Vom ganzen Reich noch trocken stand.
Er kroch hinauf und saß recht fest
Im Wipfel, wie der Fink im Nest.

Da naht auf weitem Wasserraume
Ein Schiffer, furchtlos in Gefahr,
Nahm auf dem einz'gen Sündfluthbaume
Des viergebeinten Vogels war,
Und rief: Willkommen, Herr von Kraut!
Vergönnt mir gütigst Haar und Haut!

Wo seicht die Wog' am Rande spielte,
Schob er den Nachen läßig an,
Erstieg dem Baum-Das Häslein zielte
Und sprang, wie Tell, doch in den Kahn;
Der-Noth lieh Kraft der Hasenzeh'-
Ward flott vom Satz und stach in See.

Und günstig führten ihn die Weste
An's Ufer-ha! wie sprang der Has,
Indes noch in dem Vogelneste,
Wie selbstgebannt, der Schiffer saß
Mit Hülfgeschrei und Angst-Signal-

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