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2017-09-05

Der Lorber und der Schwan… (14)



Der Lorber und der Schwan…

Es rauscht der Hagel, es sinkt die Saat,
Die Hütten rauchen, das Unglück naht,
Alles dampft in Flammen und Schimmer,
Es zieh' n die Wolken, es zuckt der Strahl
Durch Felsenhänge, durchs tiefe Thal,
Bricht ewiger Bogen zu Glimmer.

Doch ernst der Lorber, schön belaubt,
Erhebt das königliche Haupt,
Von Feuerschlangen umhellet.
Der Ulmen knickt und Eichen bricht,
Ihn trifft der Blitz des Donn'rers nicht,
Der Felsenwände zerschellet.

Es rast die Windsbraut, es rauscht die Flut,
Es flieh'n zum Pharus vor Sturmeswuth
Die friedlichen Halykonen.
Es flattern Procellen, vom Meeresgrund auf
Jagt Äolus blaue Heerden zuhauf,
Die tief im Verborgenen wohnen.

Doch schwimmt, wie in Wolken der Mondeskahn,
Auf schwarzem Wellen ein Silberschwan.
Wol reissen die Wirbel ihn nieder,
Doch, ob die Woge in untertaucht,
Und zürnend der Athem des Boreas haucht,
Er hebt sich mit hellem Gefieder!

So wandelt furchtlos Apollo's Sohn
Ob ihm des Lebens Stürme droh'n,
Ob Blitze die Wälder umblinken.
Er schaut zum Himmel, der Feuer sprüht,
Zum schwarzen Abgrund… das reine Gemüth

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