> Gedichte und Zitate für alle: Die Anglerin: O Schönste dort am Uferrand (11)

2017-09-17

Die Anglerin: O Schönste dort am Uferrand (11)



Die Anglerin

O Schönste dort am Uferrand,
Wie blickst Du, voller Glut,
Die Angel in der weißen Hand,
Hinunter in die Flut!

Die Kiele wogt, sie steigt und sinkt
In grüner Wellen Tanz,
Sie zuckt-ein armes Fischlein blinkt
Im goldnen Abendglanz.

Die weiße Hand, sie fasst schnell,
Es windet sich in Qual;
Die feuchten Flossen, silberhell,
Umströmt ein Purpurstrahl.

Da seufzt das Mädchen tiefbewegt,
Das Fischlein hakt sie los;
Das Auge voller Tränen legt
Die Angel sie ins Moos.

O schöne, holde Fischerin,
Wie weich ist doch Dein Herz,
Wie rührte Deinen zarten Sinn
Des armen Fischleins Schmerz!

Und siehst auf Menschennot so kühl
Und ihre Schmerzenglut-
Hast Du für Fische nur Gefühl,

Keine Kommentare: