> Gedichte und Zitate für alle: Die Äpfelbluth (20)

2017-09-06

Die Äpfelbluth (20)



Die Äpfelbluth

Weiss und rosig überzogen
Stand der Baum in Frühlingspracht.
Rosig kam Sie hergeflogen
Aus des dunklen Waldes Nacht.

Und, mich tröstend zu entzücken,
Bot sie lächelnd mir die Hand.
Liess sich junge Primel pflücken
Für des Busens Schneegewand.

„Länger darf ich nicht verweilen“-
Sprach sie dann mit sanftem Blick-
„Nach der Ferne muss ich eilen;
Doch vertraue dem Geschick!“

„Wenn die Veilchen wieder blühen,
Wenn die Apfelbäume sich
Weiss und rosig überziehen,
Lieber Jüngling, seh' ich dich!“

Süss verklangen ihre Töne;
Schon entfloh der zwölfte Mond,
Seit das Bild der holden Schöne
Tief in meinem Herzen wohnt.

Primel blüh' n und Veilchen wieder,
Rosig winkt des Baumes Bluth…
Doch verhauch' ich meine Glut

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