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2017-09-15

Die drei Federn (15)



Die drei Federn

Da wär nun die weite, weite Welt!
Mein Städtlein ließ ich liegen,
Da sah ich draußen im freien Feld
Drei lustige Federn fliegen.

Die erste Feder, die auf sich schwingt,
Die fliegt zurück nach der Schenke,
Drin jetzt manch frischer Geselle singt,
An den ich ihn liebe gedenke.

Die zweite Feder, die fliegt zurück-
Wie gern ich mit ihr ginge
Und drin noch einmal mein süßes Glück
Mit liebendem Arm umfinge!

Die dritte, das muss die rechte sein,
Die soll den Weg mir deuten:
Die fliegt in die weite Welt hinein,
Wo die Glocken so seltsam läuten;

Die fliegt über Berg und tiefes Tal,
Schon ist sie dem Blick entschwunden-
Ade, mein Schätzlein, zum letzten Mal!
Der rechte Weg ist gefunden!

Alexander Kaufmann 1817-1893

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