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2017-09-22

Drei Lieder der Prinzessin (9)



Drei Lieder der Prinzessin

Als sie verzaubert war

Kommt die Nacht, mich zu erfrischen,
Singt die Nachtigall Ergötzen
Tags naht Zauber, aufzutischen
Gram und Blindheit und Entsetzen.

Und in schnöder, kranker Hülle
Liegt mein junges Herz umschlossen
Und es fühlt des Lichtes Fülle
Schon vom Todesschlaf umflossen.

Meine Lieder übertönen
Krähenschrei und Rabenkrächzen,
Und ich dürste nach den schönen
Farben und die Augen lechzen.

Als der Retter nahte

Lange Sehnsucht nach dem Lichte
Wird mein junges Herz verzehren,
Da ich völlig schon verzichte,
Will mich Hoffnung neu betören.

Durch die Adern quillt Entzücken,
Meine Raben sind verschwunden.
Und die Nacht wird mich berücken,
Sollt ich kurz vor ihr gesunden.

Von der Liebe träumt' ich Jahre.
Darf ich hoffen? Soll ich wachen?
Schreckt mich doch das Wunderbare,
Licht, Vermählung, Glanz und Lachen.

Als sie zum zweiten Male verzaubert werden sollte

Wieder hat ein böser Zauber
Über mich die Nacht gegossen.
Von der Taube flog der Tauber,
Als er Liebe kaum genossen.

Die des Lichtes Goldpokale
Glückberauscht getrunken haben,
Leeren gern die letzte Schale.

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