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2017-09-21

Gedicht G.Halem: Weise Freude (23)



Weise Freude

Freude! Himmelstochter! senke
Dich herab mit leisem Tritt!
Weisheit! stille Weisheit! lenke
Du der zarten Schwester Schritt!

Brüder! weise Freude leitet
Uns hinan zu Berges Höhn,
Wo wir rings um uns verbreitet
Gottes weite Schöpfung sehn.

O wie schwindet Himmel , Erde
Hier dem Seher! Ahndungsvoll
Fühlt er ihn, auf dessen: Werde!
Dieses All dem Nichts entquoll.

Fühlt ihn-mächtig wird sein Glaube:
Mich sieht Gott! ich bin sein Kind!
Und er betet an im Staube,
Und der Wonne Thräne rinnt

Liebevoll, das Herz voll Frieden,
Wallt er nun ins Thal hinab,
Freut mit Frohen sich, und Müden
Beut er seinen Wanderstab.

Seine Hand, die bey Gesange
Frohen Blumenkränze wand,
Trocknet Trauernden die Wange,
Leitet sie ins beßre Land.

„Hofft ihr unter dieser Sonne
Dauernde Glückseligkeit?
Dort nur, Brüder! dort ist Wonne,
Wandellos in Ewigkeit!“

Sprich's und blickt zum Grabeshügel
Mit der Wonne Vorgefühl.
Tod! das Rauschen deiner Flügel

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