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2017-09-16

Gedicht: Mainacht (29)



Mainacht

Die Röte verglühet,
Der Tag ist aus;
Wie traulich dunkelts
Im Lindenhaus!
Der erste Becher,
Wem sei er gebracht?
Dir, fröhliche, selige
Maiennacht!

Wie glüht im Kristalle
Der duftige Wein!
Wir senkten auch Kräuter
Und Blumen hinein.
Das funkelt und flammet-
O blühende Pracht
Der fröhlichen, seligen
Maiennacht!

Die Mägdlein rücken
Vertraulicher her,
Es kennt ja die Mainacht
Den Zwang nicht mehr.
Fort, Tanten und Basen-
Was soll uns die Wacht
In der fröhlichen, seligen
Maiennacht?

Der steigt auch das Mondlicht
Und spiegelt im Rhein
Den verglimmenden, flammenden
Vollmondschein;
Die Sterne blinken,
So lustig entfacht
Durch die fröhliche, selige
Maiennacht.

Die Sterne blinken,
Und wer nicht heut'
Mittrinkt und küsset,
Sich mit uns freut,
Der sei in der Acht
Und Aberacht-
O fröhliche, selige
Maiennacht!

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