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2017-09-22

Gedicht: Mein Leben: Ich wünsch mir ein bewegtes Sein (17)









Mein Leben

Ich wünsch mir ein bewegtes Sein,
Voll Regen und Sturm und Sonnenschein,
Ein stetiges, rasendes Aufundnieder.
Mein Sinn ist voll Tollheit, Freude und Lieder,
Voll Leidenschaft, voll unendlicher Lust.
Mir tobt eine Wildheit in Kopf und Brust,
Eine lippenschwellende Liebesqual,
Ohn' Lust und Lieb ist das Leben mir schal.
Einen tanzenden, jauchzenden Lustgesang,
Den singe mein Mund mein Leben lang.

Komm, Schicksal, beutle mich hin und her,
Wirf mich aufs Trockne, wirf mich ins Meer,
Nur will ich Freiheit, mich auszuleben,
Will gern nach dem Tode der Hölle mich geben.
Gib mir nur Jugend und Manneskraft,
Die das Alte zerstört und Neues schafft,
Und den Degen führt wie Wetterschein,
Ein Seelchen voll Rosenduft, Sonnenschein,
Daneben ein Herz von unbeugsamer Härte,
Doch mein Verstand, sei wie ne Gerte
So wippend und schwippend bei jedem Stoß,
Und mein Gewissen weit, riesengroß.

Komm, Schicksal, versezt mir nen tüchtigen Knuff!
Glaub mir, ich lieb einen Rippenpuff,
Nur will ich verkümmern, verrosten nicht;
Ich hass jeden zopfigen, steifleinenen Wicht,
Die Welt ist so weit, so unendlich groß,
Platz ist für jeden genug, drum los!
Drum los mit dem wilden Lebenstanz,
Flecht' um den Stahlhelm den Blumenkranz!
Die Welt gehört der Jugendstärke,
Die Zagen zimmern sich selbst die Särge.
Auf, Klarinetten, auf, Trommeln, zum Tanze,
Verhängt sind die Zügel, gerichtet die Lanze.
Des Lebens schriller Heerruf gellt,

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