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2017-09-22

Gedicht: An meine Mutter: O du, in deren holden Armen (19.1)









An meine Mutter

O du, in deren holden Armen
Der erste Morgen mir gelacht,
O, die du mit dem Leben alle warmen
Gefühle mir ins Blut gebracht.

An deinem mütterlichen Busen
Trank ich die frühe Weisheit ein,
Der Tugend hold, der immerfrohen Musen,
Und edler Seelen Freund zu sein.

Oft, dass dein Auge noch der Morgen,
In Tränen, unbesucht vom Schlaf,
Und für mein Wohl dich unter tausend Sorgen
Auf deinem Lager seufzend traf;

Oft, dass die Sonne, dir entzogen,
In trüben Wolken unterging,
Von Lieb' und Furcht dein Auge dann bewogen,
An jeden meiner Pfade hing,

Und deine Seele betend lallte:
„Lass, Himmel! wo im öden Hain
Mein Liebling irrt, wo er am Ufer wallte,
Lass deine Scharen um ihn sein! „

Ja! rinne nur, dankbare Zähre,
Hin auf mein frommes Saitenspiel,
Und redet laut, Ihr meiner Harfen Chöre,
Mein ganzes inniges Gefühl!

Sagt, dass ich vor Verlangen glühe
Solch einer Mutter wert zu sein,
Für ihre Gunst, für ihre Sorgen Mühe,
Mein bestes Leben ihr zu weihn!

Joachim Christian Blum 1739-1790

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