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2017-09-22

Gedicht: Rot und weiße Rosen (21)









Rot und weiße Rosen

Wundervolle rote Rosen glühten
Gestern noch an hochgewachsnem Stocke.
Kommt ein kecker Wind zur Nacht geflogen,
Nimmt sie sich zu eigen und fliegt weiter.-
Als heut morgen helles Sonnenlachen
Durch die leichtverhängten Fenster tönte,
Ließ ich träumend dich auf weichen Kissen,
Legte weiche, linde Seidenkleider
Nach dem Bade um die kühlen Glieder.
Stieg hinab die breiten Marmorstufen
Durch die Lorbeerhecken, drin die frohen
Vögel Morgenlieder jubelnd sangen,
Hin zum perlenfeuchten Rosengarten,
Um die jüngste, volle rote Rose
Dir zu brechen, dass du-eben wach erst,
Halb vom morgendlichen Traum noch trunken-
Küsstest deine süße, rote Schwester
Und dann gleich auch mich auf Mund und Augen,
Du, die schönste meiner weißen Rosen.
Doch der kecke Nachtwind, weh, zerzauste
Meine Rosen alle. Ihre Blätter-
Schmählich hingestreut zum feuchten Boden-
Machten, Liebchen, mich so traurig, dass ich
Leidergriffen an dich Weiße dachte,
Die der Liebe heißer Nachtwind tötet.

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