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2017-09-17

Gedichte T. Apel: Als ich noch ein Knabe war (1)



Als ich noch ein Knabe war

Als ich noch ein Knabe war,
Lief in Jack' und Höschen
In den Garten ich, und stahl
Mir ein blühend Röschen.
Doch, der Herr des Gartens sah
Mich das Röschen pflücken,
Fasste schnell beim Kragen mich
Unser zerbrach mir jämmerlich
Mit dem Stock den Rücken.

Als im Herbst ich wiederkam,
Gab's viel süße Trauben.
Ach, wie lüsternd war ich-doch
Wagt ich nicht zu rauben.
Und beim Abschiede sprach der Herr:
„Schmecken gut Beeren?
Kleiner na, ich würd ich Dir
Wahrlich nichts verwehren. „

Größer ward ich, sah so gern
Holde Mädchen prangen,
Küsste, weiß nicht wie es kam,
Einer heißt die Wangen:
Zankte mit uns Beiden,
Sagte mir, dass wär nicht recht
Und vom Mädchen vollends schlecht,
Einen Kuss zu leiden.

Schüchtern sucht ich Alle nun
Aus dem Weg zu gehen,
Mochten noch so freundlich sie
Mir ins Auge sehen.
Doch die Andern Küsten viel,
wurden nicht gescholten,
Und, dass ich so schnöde war
Ach, das ward mir offenbar
Nur mit Spott vergolten.

Und ich merckt, ich hatte so
Pech in allen Dingen;
Allen recht es machen, wird
Einmal nie gelingen.
Also frisch genossen nur
Was sich lässt erjagen;
Setzt's auch einmal schlechten Lohn-
Nun, ein Unglück lässt sich schon
In der Welt ertragen.


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