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2017-09-06

Jutta und der Gnom (25)



Jutta und der Gnom

Es wächst im stillen Grunde
Ein Kräutchen tief im Moos,
Zur Sanct -Johannes-Stunde
Bricht's aus des Berges Schoos.

Ich sah es silbern blinken
Durch Thau und Mondenlicht,
Den Geist des Felsens winken
Mit braunem Angesicht.

Auf Veilchensammt erhoben
Sich Kelchlein schwanenrein,
Zum goldnen Zügen woben
Sich zarte Fädchen drein.

Gerüche sonder gleichen
Durchwürzten süß die Luft,
Mir nickte, hinzuschleichen,
Der Gnom aus grüner Kluft.

Ich zog aus meinen Haaren
Auf seines Winks Geheiss,
Das Tuch, um zu bewahren
Das Blümchen blau und weiss.

Und schweigend warf ich's nieder,
Und senkte mich aufs Knie,
Da drang durchs ros'ge Mieder
Ein Stich… Ich bebt' und schrie.

Ein Bienchen, das die Dolden
Zum Bettchen sich erkohr,
Ein Bienchen, schwarz und golden,
Summt' aus dem Schleier vor.

Leicht flog es hin, mir brannte
Ein Schmerz, dem Herzen nah,
Und da ich mich ermannte,
War Blümchen nicht mehr da.

Der Gnome war verschwunden
Mit braunem Angesicht.
Ach, nie werd' ich gesunden,

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