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2017-09-04

Kind: Das Mädchen am Bache (8)



Das Mädchen am Bache

Innig lieb' ich dich, oh Stelle,
Ganz von Waldesnacht umringt,
Wo die klare Felsenquelle
Unter Moos und Geisblatt springt!
Schneller fliehen meine Stunden,
Seit dieß Plätzchen ich gefunden,
Wo die stille Einsamkeit
Ihr Geplätscher Sprache leit.

Fröhlich streif' ich durch die Büsche,
Blitzend noch vom Morgenthau-
Seit ich hier die Augen frische,
Sind sie noch einmal so blau!
Arm und Nacken kann ich waschen-
Niemand wird mich überraschen.
Höchstens lauscht ein dürstend Reh,
Täubchen netzt des Busens Schnee.

Kaum enteilt den Epheuranken
Wird der Quell zum Wiesenbach,
Und die sehnenden Gedanken
Folgen seinem Niese nach,
Seinen Wellchen, die im Fliehen
Duft'ge Veilchen noch erziehen;
Für das Mieder, für das Haar
Beut das Bächlein Schmuck mir dar.

Wenn ich spät bis Abend bleibe,
Ruhend an dem Schäferstab,
Spiegelt sich die Mondenscheibe,
Ach, wie schön! im Bächlein ab.
Und-was soll ich's nicht gestehen?-
Ich auch mag mich gern besehen.
Oft, wenn ich mir Veilchen brach,
Dient zum Spiegel mir der Bach.

Wenn sich dann hinab mich bücke
Und in seinem Widerschein
Tändelnd Latz und Flechten schmücke,
Fällt das Sträußchen wohl hinein.
Wie so rasch die Wellen fließen-
Werden meinen Freund begrüßen!
Bächlein! kennst du meinen Sinn,

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