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2017-11-13

Lexikon Mineralogie, Bergbau und Geologie: Sedimente Definition, Klassifizierung und Entstehung (1)










Sedimente

75% der Erde werden von Sedimentgesteinen bedeckt. Sedimente sind das Ergebnis des Kreislaufs der Gesteine. Magmatische und metamorphose Gesteine sowie ältere Sedimente liefern das Material zur Bildung neuer sedimentärer Gesteine. Dabei nehmen Verwitterung und chemisch/biogene Prozesse eine herausragende Stellung bei der Neubildung ein. Lockersedimente wie z.b Sand werden ebenfalls zu den Sedimentgesteinen gerechnet. Grundsätzlich unterscheidet man klastische und chemisch/biogenen Sedimente.

1.Transport

Grundsätzlich sind als Art des Transports Wind (äolisch) Gewässer (fluaviatil) und Eistransport zu unterscheiden.

1.1.Fluaviatiler Transport

Beim Transport durch ein wässriges Medium spielt die Flußfracht eine besondere Rolle. In der Geologie wird durch einem Fluß mitgeführtes und zerkleinertes Gestein als fluaviatiles Sediment bezeichnet. Diese Sedimente sind zumeist gut gerundet und bestehen fast aus allen möglichen Gesteinen. Die Korngrößen schwanken von 0,1mm (Sand) bis zu Geröll von etwa 20cm Durchmesser, abhängig von der Lage, im Unter-bzw.Oberlauf des Fließgewässers. Man unterscheidet beim fluviatilen Transport zwischen Lösungs.-Schweb.-und Bodenfracht. Die Frachtanteile sind abhängig vom Klima, Gelände und der Geologie des Einzugsgebietes des Flußsystems.
Fluaviatiler Transport kann zu bedeutenden Ablagerungen führen (Sedimentation). (Schotterbänke, Flußterassen) Ein großer Teil des mitgeführten Materials, wird an Einmündungen der Flüsse ins Meer, oder in Landnähe abgelagert bzw. durch Trübströme in die Tiefsee verbracht.

1.2 Äolischer Transport

Hiermit werden alle durch den Wind transportierte Sedimente bezeichnet. Äolische Sedimente sind meistens sehr feinkörnig (0,20mm-0,63mm) Beim äolischen Transport unterscheidet man 3 Grundtypen. Transport durch Suspension (Schwebefracht), Saltation (rollend,gleitend) und Reptation. (springend) Äolische Sedimente kommen hauptsächlich in den suptropischen Gebieten der Erde vor da dort ein Klima aus einer Kombination von hoher Windgeschwindigkeit und Trockenheit herrscht.

2.Das Korngefüge von Sedimenten

Zu den wichtigsten Eigenschaften der Gefüge von Sedimenten gehört die Korngröße.

Schichtung im Sandstein
Rundungsgrad Sandstein
 Diese kann durch direktes messen (Lineal, Messlupe, Schublehre) erfolgen oder wird mit Prüfsieben festgestellt. In einem Satz genormter Siebe wird das zu prüfende Material gegeben. Durch rütteln verbleiben die Körner entsprechend ihrer Größe in den immer engmaschiger werdenden Siebsatz und können ausgezählt werden.

Sedimente werden u.a. nach ihren Korngrößen klassifiziert. Man unterscheidet je nach größe Psammite, Psephite und Pelite. (siehe klastische Sedimente) Auch die Begriffe Latit, Arenit und Rudit nehmen Bezug auf die Korngröße.

Die Untersuchung und Feststellung der Korngröße ist in der Sedimentologie von großer Bedeutung da an Hand der Korngröße, wie bereits erwähnt, klassifiziert wird sowie Rückschlüsse auf die Entstehung der Gesteine gezogen wird. Die absolute Korngröße ist mit Hilfe des Auges oder des Mikroskopes abschätzbar.
(makrokristallin-mit dem bloßen Auge erkennbar) , mikrokristallin- nur mit dem Mikroskop erkennbar oder kryptokristallin-mit dem Mikroskop nicht mehr auflösbar. Bei der relativen Korngrößenbestimmung werden die einzelnen Körner im Gesamtgefüge untereinander verglichen. Gleichkörnige Gefüge zeigen nur unwesentliche Größenunterschiede der einzelnen Körner. Korngrößen können innerhalb eines Gesteins variieren so das z.b. von ungleichförmigen Gefüge gesprochen wird.


Gefüge Kalkstein




3.Rundung

Rundungsgrad

Hierfür gibt es spezielle Messverfahren aber auch die visuelle Einschätzung ist möglich. Für den Sammler dürfte nur die letzte Möglichkeit von Interesse sein. Es existieren eine Reihe von Vergleichstafeln die von verschiedenen Petrologen erarbeitet wurden. Hier ein Beispiel das auch für den Sammler relevant ist. Es handelt sich um ein Vergleichsdiagramm das von F.J.Perttijohn 1949 erarbeitet wurde.






Aus der Rundungsklasse oder dem Rundungsgrad lassen sich Rückschlüsse über die Entfernung des Transports der Körner bis zu ihrer Ablagerung ziehen.


4.Schichtung

Die Schichtung der Sedimente ist eine ihrer wesentlichen Eigenschaften die sie eindeutig von anderen Gesteinen abgrenzt. Nur wenige Sedimente wie einige Riffkalke besitzen keine Schichtung. Schichtung entsteht durch einen lageweisen Materialwechsel. Der Vorgang kann auf mechanische oder chemisch/biogene Anlagerung beruhen. Die einzelnen Schichten sind meistens von einer einheitlichen stofflichen Zusammensetzung. (humogen) Die einzelne Schicht drückt eine weitgehende einheitliche Bildungsbedingung aus. Von benachbarten Schichten ist sie durch Schichtflächen abgrenzbar. In diesen Bereichen besteht oft auch eine leichtere Teilbarkeit. Die Mächtigkeit einzelner Schichten schwankt von massig bis dünnblättrig. Schichten können in ihrer Organisation sehr unterschiedlich sein. Im Rahmen dieser Ausführungen sind nur Schlagwörter möglich da das Thema sehr komplex ist. Hervorgerufen werden verschiedene Schichteigenschaften wie z.b. Wechselschichtung oder Schrägrippel durch unterschiedliche Fließgeschwindigkeit, Änderung der Ablagerungsbedingungen oder Änderung der Strömmungsrichtung und anderer Faktoren.

5.Weitere Gefügemerkmale

Es gibt eine Reihe weiterer Gefügemerkmale die an dieser Stelle kurz erwähnt werden sollen.

Schrumpfrisse und Netzleisten entstehen vorwiegend in tonigen Ablagerungen. Diese werden in der Spezialliteratur in mannigfaltiger Art gegliedert. Am bekanntesten sind Trockenrisse die Sedimentschichten zerlegen und deren Ränder teils angehoben oder auch eingerollt sein können. Trockenrisse können vor allem mit Sand gefüllt worden sein so das Netzleisten entstehen. Oft lassen sich nach Regenfällen in schlammigen Ablagerungen Einschlagsstellen von Regentropfen finden. Es sind flache mittelgroße 

Rippelmarken
Vertiefungen. Solche Muster lassen sich auch auf älteren Sedimenten oft beobachten. (vor Jahren in der Sammlung vorhanden-damals aus Unwissenheit leider entsorgt)
Häufig treten in Sedimentgesteinen Rippelmarken auf. Solche Markierungen können sich im Wasser sowie beim Windtransport bilden. Im Wasser bilden sich solche Rippel durch Wellenbewegungen. Von den zahlreichen anderen Gefügemerkmalen möchte ich noch erwähnen: Strömungsmarken, Rieselmarken uva. Mehr.

6.Klastische Sedimente

Als Klastika oder klastische Sedimente werden Gesteine bezeichnet deren Material aus der mechanischen Zerstörrung anderer Gesteine stammt. Deswegen nennt man sie auch Trümmergesteine. Ihre wichtigsten Eigenschaften sind Korngröße und Korngrößenverteilung. Ein weiteres Kriterium für ihre Klassifizierung ist ihre stoffliche Zusammensetzung. Die Korngrößenverteilung trifft Aussagen über den mengenmäßige Anteil der Korngrößenklasse an der Zusammensetzung des Gesteins. Für die Korngröße existieren eine Reihe von Vorschlägen. In der Literatur wird jedoch meistens Psephit, Psammit und Pelit angewandt.

Darunter versteht man:

Psephit: (griechisch psephos=Kies) oder Rudit (lateinisch rudus=Geröll)
beeinhaltet Sedimente mit einer Korngröße über 2mm

Psammit: (griechisch psammos=Sand) oder Lutit
Sedimente mit einer Korngröße von 2-0,063mm

Pelit: (griechisch petos=Ton)
Sedimente mit einer Korngröße kleiner als 0,063mm

Da klastischen Sedimente oftmals aus mehreren Korngrößenklassen bestehen gibt es eine Reihe von Spezialdiagrammen die versuchen dieser Eigenschaften gerecht zu werden. Den Ansprüchen der Sammler dürften aber mit der oben genannter Einteilung Rechnung getragen sein.

Wichtige Bindemittel sind verschiedene Tonminerale einschließlich Chlorit und Glaukonit. Als carbonatisches Bindemittel tritt Calcit und Dolomit bzw. Siderit auf. Noch zu nennen wären Fe-Oxide bzw. Oxidhydroxide. Oft treten auch kieselige Bindemittel wie Quarz, Chalcedon und Opal auf. Die Art der Bindemittel, die Anordnung und Menge sind von großer Wichtigkeit, da das Festigkeitsverhalten klastischer Sedimente, insbesondere von Sandstein, entsprechend davon abhängig sind.

Im Rahmen dieser Ausführungen kann nicht auf jedes klastisches Sediment eingegangen werden. Nach einer allgemeinen Übersicht wird Sandstein und Tonstein näher besprochen.

6.1 Psephite/Gesteine mit einer Korngröße von > 2mm

Bei den Psephiten handelt es sich um eine Gruppe von Gesteinen deren Korngröße über 2mm liegt. Im wesentlichen umfasst die Gruppe Brekzien und Konglomerate.

Brekzien setzen sich sich aus eckigen Gesteinsfragmenten zusammen. Im unverfestigten Zustand wird das Material als Schutt bezeichnet. Entsprechend ihrer Entstehung wird das Gestein in sedimentäre, vulkanische oder tektonische Brekzien eingeteilt.

Konglomerate bestehen aus gerundeten Bestandteilen. Unverfestigte bezeichnet man es als Schotter. Hauptbildungsbereich von Konglomeraten sind Flüsse und die Küstenregionen von Meeren.

Brekzie
Konglomerat











6.2 Psammite/Gesteine mit einer Korngröße von 2mm bis 0,06mm

Sandstein

Sandstein
Sandstein
Sandstein besteht vorwiegend aus Quarzkörnern da Quarz relativ verwitterungsbeständig ist, in vielen Gesteinen vorkommt, und bei der Verwitterung sowie dem Transport angereichert wird. Sandstein entsteht vorwiegend in den küstennahen Flachmeeren. Durch Flüsse und Meeresströmmungen wird der Sand zu seinem Ablagerungsort transportiert. Sandsteine können aber auch auf dem Festland entstehen. Dabei überwiegen fluviatile Ablagerungen gegenüber äolischen.
Durch Auflastdruck werden die älteren Sedimente verfestigt. (siehe Diagenese) Dieser Prozess kann zwischen einigen Jahrzehnten und mehreren Millionen Jahren dauern.
Neben dem Hauptmineral Quarz können eine Reihe anderer Minerale Bestandteil von Sandstein sein. Bei manchen Sandstein kann der Feldspatanteil über 50% betragen. In diesem Fall wird von Feldspatsandstein gesprochen. Tonmineralien sind oft in Form von Schlieren oder als Tongallen eingelagert. Weitere häufig anzutreffende Minerale sind Muskovit und Chlorit aus der Gruppe der Schichtsilikate. Als Schwerminerale findet man oft Apatit, Granat, Rutil, Turmalin oder Zirkon. Die Farbe des Gesteins werden von oxidierten Eisenverbindungen wie z.b. Hämatit/rot oder Limonit/gelblich bis bräunlich bestimmt. Grünliche Farbtöne werden durch Glaukonit oder Chlorit hervorgerufen. Sandsteine aus reinen Quarzsand erscheinen weiß bis hellgrau. Aufgrund seiner Schichtung weist Sandstein richtungsabhängige Eigenschaften auf. Er besitzt ein relativ großes Porenvolumen und besitzt daher eine relativ große Wasseraufnahmekapazität.

Buntsandstein: sind Ablagerungen der Trias und dessen früheste Abteilung dem Buntsandstein

Trias: Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper

Grauwacke: besteht aus Quarz, Feldspat und Gesteinsbruchstücken (mind.50%)
Gemengeteile: Glimmer, Chlorit, Tonmineralien

Grauwacke
Gefüge: fein bis grobkörnig, schlechte Sortierung des Korns
Farbe: dkl.grau, braungrau, grau

Sand: sind äolisch oder fluviatil zerstörte und sortierte Minerale und Gesteinstrümmer. Der Mineralbestand ist sehr variabel, fein bis mittelkörnig mit einem Korndurchmesser von 2-0,063mm.

Kalksandstein: besteht vor allem aus Calcit und Quarz wobei der Quarzanteil mindestens 50% betragen muß.

Arkose: ist ein grober Sandstein der aus Quarz und frischen Feldspäten (mindestens 25%) besteht.

6.3 Pelite/Gesteine mit einer Korngröße von 0,06mm bis 0,002mm

Schluff: Begriff gilt für das nicht verfestigte Sediment wie auch für das Gestein. Schluff besteht vor allem aus Quarz, Calcit, Feldspat, Glimmerminerale, Ton und Eisenoxide.

Farbe: dunkelgrau, gelblich, bräunlich, grünlich

Tonstein

Korndurchmesser kleiner als 0,002mm, Tonstein besteht vor allem Tonmineralien.
Gemengeteile können Quarz, Feldspat und Carbonate sein.
Farbgebend sind: Hämatit, Chlorit, Limonit und organische Verbindungen.

Tonstein

Pelite sind wertvolle Rohstoffe und werden vielfältig genutzt. Ihre Plastizität und Formbarkeit finden seit Jahrtausenden bei der Herstellung von keramischen Erzeugnissen eine breite Anwendung.
In der Bauindustrie finden sie als Zuschlagsstoff für Zement Anwendung. Desweiteren: Papierherstellung, Tabletten, Puder, Pasten usw.








Varianten

Mergel und Mergelsteine

Sind lockere und verfestigte Tone. Die Herkunft kann sowohl klastisch als auch chemisch/biogen sein. Entsprechend seiner Hauptbestandteile spricht man bei hohen Kalkgehalt von Kalkmergel und bei niedrigen von Tonmergel.
C.W.Correns gliedert wie folgt(1949)
hochprozentiger Kalkstein- 95% Kalk 5% Ton
mergeliger Kalk- 85% Kalk 15% Ton
Mergelkalk- 75% Kalk 25% Ton
Kalkmergel- 65% Kalk 35% Ton
Mergel- 35% Kalk 65% Ton
Tonmergel- 25% Kalk 75% Ton
Mergelton- 15% kalk 85% Ton

Schieferton

Durch Diagenese, fein geschichteter Tonstein. Er ist parallel zu den Schichtflächen spaltbar. Keine Schieferung!

Kupferschiefer

Tonstein mit sulfidischen Anreicherungen.

7. Diagenese

K.W.v.Gümbel führte 1888 den Begriff in die Literatur ein (griechisch dia=nach, genesis=Entstehung) und meinte damit das Festwerden von Sedimenten als auch die Bildung von kristallinen Schiefer. Einige Jahre später wurde der Begriff nur noch für Sedimente gebraucht. Heute versteht man unter Diagenese die Erforschung der Ursachen, als auch die Prozesse und Merkmale, welches das sedimentäre Material einschließlich der Poreninhalte erfährt. Das unterschiedliche Ausgangsmaterial sowie die Diageneseursachen führen zu einer differenzierten Betrachtung des Diageneseprozesses. An dieser Stelle 2 Haupttypen der Diagenese.

7.1 Sandige Ablagerungen

Der Beginn der Diagenese bei sandigen Ablagerungen ist mechanischer Art. Es kommt zu einer Verdichtung und damit verbunden zu einem zusammenrücken der Partikel. Entsprechend nimmt die entsprechende Gesteinsschicht an Mächtigkeit ab. Die mechanischen Prozesse können durch chemische Reaktionen begleitet werden. Dadurch werden einerseits feste Phasen gebildet bzw. feste Bestandteile der Sedimente aufgelöst. W.v.Engelhardt unterscheidet (1973):

Auflösung ohne Neubildung: Der Poreninhalt löst bestehende Gesteinsbestandteile auf und am Ort des Geschehens entstehen keine Neubildungen.

Neubildung ohne Auflösung: Aus den Porenlösungen entstehen Neubildungen ohne das Gesteinsbestandteile aufgelöst werden.

Umwandlungspseudomorphosen: Gesteinsbestandteile werden aufgelöst und Neubildungen nehmen den frei werdenden Platz ein. Aufgelöste und neugebildete Minerale haben die gleiche chemische Zusammensetzung. (Kaolinit nach Feldspat)

Veränderungspseudomorphosen: Gesteinsbestandteile werden aufgelöst und gleichzeitig werden diese durch entstehende Neubildungen ersetzt. Das neugebildete und aufgelöste Mineral haben keine gemeinsame chemische Zusammensetzung.

7.2 Diagenese toniger Ablagerungen

Die mechanische Diagenese bei tonigen Ablagerungen von größerer Bedeutung als bei Sanden. Das erklärt sich daraus das die tonigen Teilchen blättchenförmig sind und somit viel enger gepackt werden können. Ähnlich den sandigen Ablagerungen werden die tonigen Sedimente durch Druck ausgepresst und es kommt zu einer Zunahme der Dichte und einer Abnahme der Mächtigkeit. Die Teilchen werden deformiert und teilweise zerbrechen sie und bilden Parallelgefüge. Die Teilchen werden senkrecht zur Druckrichtung eingeregelt. Wie bei sandigen Ablagerungen kommt es auch hier zur chemischen Diagenese wobei verschiedene Minerale (z.b.Chlorit und Glimmermineralien) gebunden werden.

werden senkrecht zur Druckrichtung eingeregelt. Wie bei sandigen Ablagerungen kommt es auch hier zur chemischen Diagenese wobei verschiedene Minerale (z.b.Chlorit und Glimmermineralien) gebunden werden.

8. Chemisch/biogene Sedimente

Die Gesteine entstehen aus wässrigen Lösungen durch chemische und biogene Prozesse. (Lösungen und Ausfällungen)
Klassifiziert werden die Gesteine in:
Karbonate (Kalk-und Dolomitgesteine)
Evaporite (Anhydrit, Gips, Halit, Sylvin)
Silikatgesteine (Diatomit, Radiolarit, Chert)
Phosphatsedimente
Eisenerze und Kohle

Chemische Sedimente sind wie bereits erwähnt Ausfällungen aus natürlich vorkommenden wässrigen Lösungen. Die Mineralneuentstehung erfolgt durch anorganische Ausfällung aus gesättigten Lösungen oder wird durch Lebewesen bewirkt. Derartige Prozesse werden durch Änderung der Umweltbedingungen hervorgerufen.

Temperaturerhöhung oder Temperatursenkung
Druckerhöhung oder Druckentlastung

Diese Faktoren haben Auswirkungen auf die Löslichkeit verschiedener Minerale und können als die wichtigsten Ursachen bei Ausfällungs-bzw. Lösungserscheinungen angesehen werden.

9. Karbonate

Der Begriff wird sowohl für eine Gruppe von Mineralien verwendet als auch für Kalkgesteine. Von der Gruppe der Mineralien sind 3 gesteinsbildend: Calcit, Aragonit und Dolomit.

Der Begriff Kalkgestein wird benutzt wenn 80% des Gesteins aus Calcit bestehen. Ausfällungsprozesse bei Karbonaten haben fast immer biologische Ursachen sind jedoch auch rein chemisch möglich. Das Gestein wird durch Hartteile wie Schalen und Skelette von Organismen gebildet. Karbonate wachsen somit durch die Existenz von Organismen und Lebens-und Ablagerungsort fallen fast zusammen. (Riffe)
Karbonatgesteine sind von den chemisch/biogenen Sedimenten die am häufigsten vorkommenden.

Für die Klassifikation von Karbonatgesteinen existiert eine Vielzahl von Vorschlägen. Da die Erscheinungsform der Gesteine sehr mannigfaltig ist ein Klassifikationsprinzip, das umfassend und differenzierend alle Karbonatgesteine umfasst kaum möglich. Einteilungsprinzipien sind auf Grund des Mineralbestandes und des Gefüges möglich. In der Literatur werden häufig das Klassifikationsprinzip von R.L.Folk erwähnt. Es basiert auf die Bestimmung wesentlicher Komponenten und der Grundmasse der Gesteine.

Familie der Kalkgesteine



Kalkstein omu
Kalkgesteine sind ein sehr vielfältiges Gestein. Es ist ein dichtes bis grobkörniges Gestein das bis zu 80% aus Calcit besteht. Vorzugsweise entsteht es in Flachmeeren. Aus übersättigten Lösungen fallen Calcit und Dolomit aus. (chemisch) Der überwiegende Teil der Kalkgesteine ist biogener oder chemisch/biogener Herkunft. Diese Gesteine werden von Organismen gebildet. Durch die massenhafte Ablagerung von Schalen fossiler Lebewesen wie z.b. Coccolithen oder Foraminiferen sowie der Lebenstätigkeit kalkabscheidender Algen und Bakterien entstehen die Gesteine. Durch die oft massige Struktur werden diese Art der Kalkgesteine auch Massenkalke genannt.
Die organogenen Kalkgesteine können entsprechend ihres geologischen Alters klassifiziert werden. (Jurakalke, Devonkalke usw.) oder nach bestimmten Fossilien die an der Bildung des Gesteins den maßgeblichen Anteil haben.(Korallenkalk, Muschelkalk usw.)

Fossilienkalke

Kalkgestein das vorwiegend mit dem bloßen Auge erkennbare Fossilien oder Fossilienreste enthält bezeichnet man als Fossilienkalk. Am häufigsten sind Korallenkalke die bedeutende Mächtigkeiten erreichen können. Andere Fossilienkalke bestehen z.b. aus Brachiopoden, Mollusken oder Foraminiferen uva.
Kalkstein mit Fossilien
Korallen und Riffkalke sind bereits bereits feste Kalkgesteine während andere Fossilienkalke eine diagenetische Verfestigung durchlaufen.

9.1. Chemisch/biogene Kalke

Meer-und Süßwasser enthalten immer eine mehr oder weniger große Menge an Calciumkarbonat. Wird Carbonat weiter zugeführt kann es zu einer Sättigung des Wassers führen so das Calciumkarbonat ausgefällt wird. Insbesondere im Bereich von Quellen kann es zu Ablagerungen von tuffigen Quellabsätzen kommen. (Kalktuff, Tuffkalk) Die Fällung des Calciumkarbonats kann ohne jegliche Beteiligung von Organismen geschehen. Es ist aber auch möglich das Pflanzen (Photosythese) oder Algen und Moose den Prozess unterstützen. Neben den Kalktuffen gehören in diese Gruppe der Kalkgesteine Kalksinter, Travertin und auch Tropfsteine.

Karst

Verwitterte Kalk wird Karst genannt. Da Calcit eine gute Löslichkeit besitzt ist er gegen chemische Verwitterung sehr anfällig. Saures Regenwasser dringt in Spalten von Kalksteinschichten ein und löst es mit der Zeit auf. Trifft das Wasser auf undurchlässige Schichten staut es sich an und fließt durch Spalten ab. Im Laufe von Jahrmillionen können so große Höhlensysteme entstehen. In den Hohlräumen tropft der gelöste Kalk weiter und vielfach entstehen so die bekannten Stalaktiten und Stalagmiten.

Farbe der Kalkgesteine: meist grau bis graugelbe Farbe, bituminöser Kalkgestein dunkelgrau bis schwarz, rötlich

Mineralbestand: Calcit und Dolomit als Verunreinigungen Ton, Sand, Kohle, Bitumen

Gefüge: feinkörnig dichtes Gestein auch brekzienartig, porös, tuffig, porig


10.Evaporite

Evaporite-Gipsstein
Evaporite entstehen aus Ausfällungen von wässerigen Lösungen infolge von Eindampfen oder Verdunsten. Sie entstehen nahe der Erdoberfläche vor allem durch Eindunstung von Meerwasser oder durch Regenwasser, das ältere Evaporite 
ausgewaschen hat und es dann erneut ausscheidet. Ergebnis der Evaporisation 
sind zumeist leicht lösliche Salze.









11.Kieselige Sedimente

Die Genese der kieseligen Sedimente ist umstritten. Der Kieselsäuregehalt liegt bei mindestens 50%. Kieselgesteine entstehen entweder durch Organismenreste oder aus Quellausscheidungen bzw. aus anorganischer Ausfällung. Die wichtigster Vertreter sind:Radiolarit, Kieselschiefer, Hornstein, Feuerstein, Kieselgur

Feuerstein

Feuerstein
Hornstein

Feuerstein besteht aus Skelettresten von Organismen (Kieseltierchen) oder wurde in marinen Kalksedimneten aus einem Kieselgel der in Opal und dann in Chalcedon umgewandelt wurde. Feurestein ist leicht an seiner typisch weißen Rinde zu erkennen.

Hornsteine

Entstehen meistens aus Chalcedon oder Opal bzw. aus einem Gemisch beider Substanzen. Hornstein bildet warzige, knollige oder lagige Konkretionen.

Neben den bisher genannten Gesteinsfamilien müssen an dieser Stelle noch die Kohlegesteine genannt werden. Dazu gehören Kohlen, Torfe, Anthrazit sowie einige andere kohlige bzw. bituminöse Bildungen.

Weitere Gesteinsfamilien: Rückstandsgesteine (Bauxit, Kaolin u.a), Eisengesteine (Bändereisenerz, Trümmererz), Phosphatgesteine (Guano u.a)



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