> Gedichte und Zitate für alle: Männerschönheit (15)

2017-09-22

Männerschönheit (15)









Männerschönheit

Wohl singt und preist, wer singen kann,
Des Weibes Zauberglanz;
Doch gab der Kenner Winkelmann
Nicht ihm den Siegeskranz.

Bescheiden und doch herrschend tritt
Der Jüngling frey hervor,
Und ragt, im sichern Heldenschritt,
Ein Göttersohn empor.

Da sieht er, wie die Eiche stark,
Und wie die Tanne schlank,
Voll Feuerkraft und Lebensmark,
An keiner Fieber krank.

Sein Auge flammt der Sonne gleich,
Und lächelt hell, wie sie,
Und wärmt, wie sie, ein Strahlenreich
In stiller Monarchie.

Die kühne Sinnenfreiheit thront
Auf seiner Felsenstirn,
Und Wahrheit, die sich selbst belohnt,
Um Gaukler nicht verwirr'n.

Die breite Männerschulter beut
Der weiten Welt sich dar,
Zu tragen, was die Schwäche scheut,
Im Glück und in Gefahr.

Ein Herz voll Kraft und Seele hägt
Der Marmor dieser Brust;
Ein Herz, das warm von Liebe schlägt,
Und warm von Tatenlust.

In diesem Zauber dankt der Mann,
Nicht wesenlosem Glanz,
Dem Preis, den niemand rauben kann,
Der Seelen Siegeskranz.

Friedrich Ludewig Bouterweck 1766- 1828





Keine Kommentare: