> Gedichte und Zitate für alle: Rothkehlchen (31)

2017-09-07

Rothkehlchen (31)



Rothkehlchen

Der Knappe ging,
Der Knappe kam,
Bis er mich fing,
Das Herz mir nahm.

Der Vater sprach:
Verlass mein Kind,
Das ist nicht Schmach
Und Jammer find'.

Er bat so süß,
Er trotzt so kühn;
Der Vater ließ
Ihn zu uns zieh'n.

Die Schwalben floh'n,
Der Winter kam,
Er hieß nun Sohn
Und Bräutigam.

Sein Helm und Schwert
Hing an der Wand.
Sein scharrend Pferd
Beim Haber stand.

Oft saßen wir
Beim düsterm Licht
Vertraulich hier,
Und merkten's nicht.

Lieb Mutter tief
Nickt' hinterm Heerd,
Rothkehlchen schlief
Auf Helm und Schwert.

Rothkehlchen pfiff
Beim Morgenkuss
Vom Schwertesgriff
Uns seinen Gruß.

Die Trommel klang,
Die Thräne floss!
Er schied, und sprang
Aufs wilde Ross.

Rothkehlchen irrt
Bei Dämmerlicht
Und sucht und schwirrt,
Und findet nicht.

Find'st keine Ruh,
Rothkehlchen klein?
Hätt' ich, wie du,

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