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2017-09-07

Sonnenuntergang und Mondesaufgang (33)



Sonnenuntergang und Mondesaufgang

Nur Höh'n noch glänzen, dunkel liegt das Thal,
Und selbst der Gipfel helle Säume schwinden;
Das gold' ne Licht des Himmels will erblinden,
Noch ein Mal blitzt's noch ein Mal, noch einmal!

In Feuergold Zerschmilzt sein letzter Strahl,
Und, wo es schwand, ist keine Spur zu finden,
Weil dunkle Wolken nun die Glut und Wind umwinden,
Jetzt veilchenfarb, jetzt farblos, herbstlich kahl.

Auch sie entflieh' n-in Nebel ruh' n die Wiesen-
Das Ohr allein vernimmt der Wellen Schlag;
Denn ohne Schimmer, düster, rauscht die Flut.

Die Pappeln nur und, gleich verhüllten Riesen,
Der Thürme Zinnen sieht man schattend ragen,
Als ernster Wächter, wenn die Gegend ruht.

Doch ohne Schimmer bleibe nicht die Welt!
Die muntern Kinder, die die Nacht umringen,
Sie fangen an zu hüpfen und zu springen:
„Laß uns hinaus-dort in das luft'ge Zelt!“

Noch ist nicht ganz der Mutter Schmuck bestellt-
Doch lassen sich die Kleinen nicht mehr zwingen;
Der Eine wagt's, zuerst herrvorzudringen,
bald ist das ganze Chor ihm zugesellt.

Bald folgt auch sie, geschmückt zur stillen Feier;
Dem vollen Mond in dunkler Locken Prangen,
Beugt sie sich nieder--Hehre, keusche Nacht!

Wie bist du reizend, trotz dem schwarzen Schleier,
Von Mondesglanz des Busens Schnee umfangen,

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