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2017-09-21

Vom Kobolt sang die Amme mir (9)




Der Kobolt

Vom Kobolt sang die Amme mir;
Vom Kobolt sing' ich wieder.
Noch fährt, denk' ich der Mähre, schier
Ein Schauder durch die Glieder.
Tiemant war flüchtig Nacht und Tag;
Ein Kobolt huscht' ihm hinten nach.

Hatt' er aufs Lager sich gestreckt,
Der Kobolt war sein Wächter:
von kurzem, langem Schlafe weckt'
Ihn lautes Hohngelächter.
Die Priester beteten sich laß:
Der Kobolt polterte nur baß.

„Das duld' ich nicht, „so rief Tiemant,
„Ich weiß wohl, was ich wage:
„Verbrennt das Haus, verbrannt, verbrannt
„Ist auch des Hauses Plage. „
Gesagt, gethan! die Flamme steigt;
Der Giebel wankt: Tiemant entschleicht.

Und rasch auf's Pferd-und fort durchs Thor.
„Gelingen wird's, gelingen!“
Er denkt's, da flüstert's ihm ins Ohr:
„Zeit war es, dass wir gingen!“
Der Kobolt ist's; er war auch da,
Der Sorge gleich, dem Reiter nah.

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