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2019-05-24

Bergbau in Deutschland










Bergbau in Deutschland

Die Gewinnung von mineralischen Rohstoffen aus einem Gesteinskörper wird als Bergbau bezeichnet. Die Rohstoffe befinden sich in Lagerstätten die durch Geologen untersucht werden. (Exploration) Liegt eine ausreichende Konzentration gewinnbarer Bodenschätze vor können diese wirtschaftlich genutzt werden.
Erste Bergbauversuche gehen bis in das 6.Jahrtausend v. Chr. zurück.

Man unterscheidet 3 Abbautechniken
Agricola-De re metallica libri XII

Tagebau, Untertagebau, Steinbrüche

Zusätzlich kann man noch der Bohrbergbau genannt werden. Hier werden durch Tiefenbohrungen Rohstoffe gefördert.

Die Nutzung natürlicher Rohstoffe ist schon viele Jahrtausende alt. Schon die Urmenschen nutzten Feuerstein um daraus die verschiedensten Werkzeuge herzustellen. Später nutzte man die Ressourcen die auf der Erdoberfläche bzw. oberflächennah zu gewinnen waren. Als diese Vorräte aufgebraucht waren begann man mit graben um an die begehrten Erze zu gelangen.

Einen ersten Nachweis von untertägigen Bergbau findet man aus dem 3. oder 4. Jahrhundert n.Chr.( Wallerfangen im Saarland) Der antike Kupferbau ist der erste Nachweis untertägigen Bergbaus in Mitteleuropa.


Aus dem Mittelalter sind zahlreiche Dokumente mit Berichten über bergbauliche Aktivitäten bekannt. Aus dem 10. Jahrhundert, z.b. aus dem Schwarzwald oder aus Freiberg, und Johannisthal aus dem 12.Jahrhundert. Ziel eines mehr oder weniger regen Bergbaus in dieser Zeit war oftmals Kupfer und Silber.

Georgius Agricola

Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelten sich Bergbauzentren wie z.b. das erzgebirgische Annaberg das sich zu einem Zentrum des deutschen Bergbaus entwickelte. Regelungen fand der Bergbau zuerst in Bergordnungen und ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Berggesetzen.

Bei all diesen Aktivitäten des Bergbaus in Deutschland muss doch festgestellt werden das der Bergbau insgesamt gesehen zumeist nur örtliche oder regionale Bedeutung erlangte. Allerdings war die Bedeutung regional mitunter so groß, das ganze Landstriche darauf ausgerichtet waren. Mehr oder weniger kam es in vielen Bergbaugebieten Deutschlands zu einem wellenförmigen auf und ab.

Ende des 18.-Anfang des 19.Jahrhunderts waren in Deutschland die Ressourcen des „klassischen“ Bergbaus mehr oder weniger erschöpft. Obwohl in vielen Mittelgebirgen Deutschlands Erze und Gesteine abgebaut wurden so ist und war Deutschland abgesehen von Braun-und Steinkohle sowie Salzvorkommen ein Rohstoff armes Land.

Die bedeutendsten Braunkohlelagerstätten Deutschlands sind das Rheinische Revier, das Lausitzer Revier und das Mitteldeutsche Revier.

Steinkohlevorkommen kennt man aus dem Ruhr-und Saar- Revier.

Salzlagerstätten von Bedeutung findet man in Hessen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Steinkohle

Die Steinkohle in Deutschland ist in ihrer Entstehung mesozoisch bzw. paläozoischen Ursprungs. Sie befindet sich weitaus tiefer in der Erdkruste als Braunkohle. Allerdings besitzt sie eine höhere Energieeffizienz als Braunkohle.

Der intensive Abbau von Kohle ist relativ jung. Erst als Holz und damit Holzkohle knapp wurden begann man nach Steinkohle zu graben. Erste Nachrichten sind immerhin 900 Jahre alt und kommen von Saar und Ruhr.

Abgebaut wurde an Flözen die an die Erdoberfläche traten. Man grub trichterförmige Gruben die soweit ausgebeutet wurden bis das Grundwasser einen Fortgang der Arbeiten nicht mehr möglich machte. Im 16.Jahrhundert hatte sich der Bergbau im Ruhrgebiet weiter ausgebreitet und im 18. Jahrhundert war der Steinkohlebergbau unter preußische Oberhoheit gekommen. Mit der Gründung des Bergamts Bochum war der Bergbau an der Ruhr gegründet wurden. Der wachsende Bedarf an Energie konnte mit Holz-bzw. Holzkohle nicht mehr befriedigt werden. Die wachsende Industrie verlangte nach neuen Energieträgern die effezienter einsetzbar war.

Vom Bergkwerck

Mit der wachsenden Fördermenge war der Ausbau der Infrastruktur nötig. Die Ruhr wurde als Transportweg wichtig und einer großer Teil der geförderten Kohle wurde bis in die Niederlande verschifft.

Da die Qualität der Kohle es erforderte größere Teufen zu erreichen war es erforderlich die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Ab 1801 wurde die erste Dampfmaschine im Ruhrgebiet eingesetzt. Mit diesen Maschinen war die Voraussetzung zur Erreichung größerer Teufen da, damit das zufließende Wasser bewältigt werden konnte. 1808 hatte man eine Teufe von 46m erreicht. Die sicher ehe, bescheiden zu nennende Teufe sind jedoch für das Ruhrgebiet ein erster technischer Fortschritt. Der Durchbruch gelang 1837 in der Nähe von Essen wo es gelang das Deckgebirge zu durchstoßen und eine Teufe von 130m zu erreichen. Die gewünschte Fettkohle konnte zwar nicht gefunden werden aber die technischen Voraussetzung zur Erreichung von großen Teufen waren geschaffen worden.

In den nächsten Jahren ist eine stetige Steigerung der Fördermengen zu verzeichnen und schon im Jahr 1853 wurden mehr als 2 Millionen Tonnen gefördert. Die Bedeutung der Steinkohle für Energiegewinnung und Stahlerzeugung stieg sprunghaft.
In der Mitte des 19.Jahrhunderts zog der Preis, aufgrund der hohen Nachfrage, stark an. Allerdings kam es schon einige Zeit später wieder zu einem Preisverfall. Im ganzen gesehen wuchs der Bergbau auf Steinkohle jedoch kontinuierlich an. Bis zum Beginn des I.WK förderte man 114 Millionen Tonnen im Jahr.

Nach dem II.WK erlebte der Steinkohlebergbau eine letzte Hochphase und im Jahr 1957 wurden von 600000 Tausend Bergleuten 149 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Damit eingehend erlebte die Stahlindustrie einen gewaltigen Aufschwung und beide Zweige legten das Fundament des wirtschaftlichen Aufschwungs Westdeutschlands. Mit Steinkohle aus Deutschland wurde halb Europa versorgt. Mit Ende der 50er Jahre folgte auf dem Markt eine Umorientierung zu Erdöl und Importkohle. Dadurch kam es in Deutschland zu einem Verfall der Kohlepreise und Die Fördermenge war rückläufig.

Die letzten 2 Jahrzehnte hat der Steinkohlebergbau weiter an Bedeutung verloren und die Zechen schlossen. Steinkohle wird in Deutschland stark subventioniert und ist wohl nur noch durch diese Gelder überlebensfähig. Durch die erneuerbaren Energien verlor der Bergbau auf Steinkohle weiteres Terrain.

Quelle: Wikipedia

Braunkohle

Die Geschichte des Braunkohlebergbaus ist etwa 600 Jahre alt und ein erster Abbau ist von dem kleinen Ort Lieskau bei Halle bekannt. (1328) Nachdem große Teile der Wälder abgeholzt waren wurde verstärkt nach Alternativen gesucht. Im 12.Jahrhundert kam bereits Steinkohle für das Hüttenwesen zum Einsatz. Da früher kein Unterschied zwischen Braun-und Steinkohle gemacht wurde ist die Datierung von Bergbauaktivitäten auf Braunkohle recht schwierig. Jedoch sind aufgrund von Ortsangaben in historischen Dokumenten Rückschlüsse möglich.

Im 15. und 16. Jahrhundert sind aus verschiedenen Quellen die Vergabe von Privelegien zum Kohlebergbau dokumentiert. Zumeist wird in der Zeit Braunkohle nur für den örtlichen allenfalls regionalen Verbrauch gefördert. Da die Energieeffizienz von Braunkohle weit hinter der von Steinkohle zurücksteht, die Transportwege im 15.Jahrhundert meist aus Feldwegen bestanden fand Braunkohle vorerst keine weite Verbreitung.

Die immer knapper werdenden Holzvorräte zwangen aber jedoch zu einem gewissen Umdenken. Bei Halle gab es im 17. Jahrhundert zahlreiche Stellen an der Braunkohle gefördert wurde. Der Abbau im Geiseltal ist ab 1698 nachweisbar.
Im 18.Jahrhundert verbreitete sich die Nutzung von Braunkohle erheblich. Insbesondere Salinen gingen dazu über Braunkohle statt Holz zu verwenden. Neben diesem Verwendungszweck setzte man Braunkohle auch in der Ziegelindustrie, in Kalkbrennereien und seit Beginn des 19.Jahrhunderts in der Zuckerindustrie ein.

Ab 1738 ist die Verwendung von Braunkohleziegel nachweisbar. Die damalige Förderung und Verarbeitung der Kohle war reine Handarbeit und die Herstellung der Braunkohleziegel wurde zumeist von Frauen durchgeführt. Durch die Herstellung von Braunkohleziegel war es notwendig den Ofenbau neu zu gestalten da Ascheabfall und Entaschung nach neuen technischen Lösungen verlangten. Mit Erfindung der Dampfmaschine wurde auch der Bergbau revolutioniert. Die erste Maschine wurde 1777 in der Grube Altenwedding in Betrieb genommen.

In den nächsten Jahren wurde die Förderung und Verarbeitung von Braunkohle weiter erhöht. 1801 wurden in den Revieren Saalkreis und Altenburg 250 Millionen Stück Braunkohle gestrichen.

Mitte des Jahrhunderts begann man an der Bergakademie Freiberg mit der intensiven Untersuchung der Braunkohle. A.C.Werner förderte diese Untersuchungen und der Student F.v.Hardenberg (Novalis) nahm in seinem Auftrag eine Kartierung im sächsisch/thüringischen Raum vor.

Am Anfang des 19.Jahrhunderts wird die Fördermenge weiter erhöht. Im Raum Halle, Halberstadt, Weißenfels und Sangerhausen wurden 1851 8,3 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. 1852 waren 410 Braunkohlebetriebe registriert deren Zahl aber stetig abnahm, da die Gründung von Aktiengesellschaften zur Zusammenlegung von Bergwerken führte.

1856 gelang erstmalig mit einer Maschine die zur Torfbrikettierung vorgesehen war, Braunkohlebriketts zu pressen. Schon 1858 ging in Ammendorf eine Braunkohlebrikett in Betrieb. In den nächsten Jahren wurde diese Technik ständig weiter verbessert und weitere Fabriken gegründet. Um 1888 gab es im Oberamtsbezirk Halle und Sachsen/Anhalt 51 Brikettfabriken die über 136 Pressen verfügten.

Die chemische Untersuchung der Braunkohle führte zu einer Reihe weiterer Fabrikgründungen um die Inhaltsstoffe der Kohle zu nutzen. (Paraffin, Bitumen)
War die Braunkohleförderung bis 1890 zumeist reine Handarbeit so wurde ab 1890 Maschinen eingesetzt um die schwere Arbeit der Kumpel zu erleichtern. In der Grube Sandersdorf bei Bitterfeld wurde 1890 der erste Dampfabraumbagger in Betrieb genommen. Nur wenig später folgten Schaufelradbagger und Eimerkettenbagger. Der erste Absetzer wurde 1915 gebaut und im Geißeltal eingesetzt. Zugtiere wurden durch E-Loks ersetzt. Ab 1940 spricht man von Großraumförderung.

Nach dem II.WK wurden durch die Sowjetunion zahlreiche Tagebaue vollständig demontiert und abtransportiert. Verbliebene Tagebaubetriebe wurden in der DDR zu volkseigenen Betrieben zusammengefasst und mit DDR-Technik ausgerüstet. Neuaufschlüsse gab es u.a. in Delitsch, Breitenfeld, Profen-Süd und einigen anderen Orten. Der Braunkohleabbau entwickelte sich in der DDR zu einen wichtigen Zweig der gesamten Industrie. 1989 wurden in 21 Tagebauen 105,6 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Mit diesen großen Mengen wurde angestrebt Rohoelimporte zu umgehen.
Ein großer Teil der Braunkohle wurde zur Stromerzeugung genutzt. Die Brikettierung wurde an 25 Standorten vorgenommen und 1989 wurden noch 22,6 Millionen Tonnen Brikett hergestellt.

Durch die bergbaulichen Aktivitäten kam es zu großflächigen landschaftlichen Veränderungen. Die Flussverschmutzung hatte in manchen Gegenden dramatische Züge angenommen. Bis 1989 wurden in Mitteldeutschland 47000 Menschen umgesiedelt und 130 Ortschaften fielen den Baggern zum Opfer.
Ende 1989 gab es in der Braunkohleindustrie rund 56000 Beschäftigte. Seit der politischen Wende verlor der Industriezweig rapide an Bedeutung da Veredlungsprodukte von Braunkohle am Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig waren. Tausende Arbeiter der Braunkohleindustrie wurden arbeitslos. Heute sind noch etwa 3000 Menschen im Bergbau Mitteldeutschlands beschäftigt. Die heute geförderte Braunkohle wird zur Verstrommung bzw. zur Fernwärmeerzeugung genutzt.
Große Teile der ehemaligen Tagebaureviere wurden nach der Wende rekultiviert und sind heute zu beliebten Freizeitstätten geworden.

Quelle: Wikipedia

Kalibergbau in Buggingen

Die meisten Kalisalzlagerstätten entstanden vor 250 Millionen Jahren im Zechstein/Perm. Durch die Entstehung flacher Meeresbecken, die vom restliche Ozean abgetrennt waren, kam es zu einer starken und schnellen Verdunstung, so das verschiedene Mineralstoffe, entsprechend ihrer Löslichkeit auskristallisierten. Dieser Prozess wiederholte sich in Europa insgesamt fünfmal so das wir von fünf Salzserien sprechen. Das wertvollste Salz was sich ablagerte war Kalisalz das als Dünger für Pflanzen zum Einsatz kommt.

Erst im Jahr 1922 entstand das Bergwerk im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und war mit seinem 1200 Beschäftigten bis zu seiner Schließung 1973 das größte Bergwerk in Süddeutschland. Im Werk wurden insgesamt 17 Millionen Tonnen Rohsalz abgebaut wobei 1 Tonne 28% Kalisalz und 48% Steinsalz enthielt. Dem eigentliche Abbaubeginn gingen jahrelange Voruntersuchungen voraus. 1911 bis 1913 erfolgten fündige Bohrungen und 1912 wurde in einer Tiefe von 712m ein großes Kalilager entdeckt. Der 1.WK verhinderte eine schnelle Gründung eines Kalisalzbergwerks.
1922 bzw. 1924 begann der Bau der Schächte „Baden“ und „Markgräfler“.
Die Erschließung und Ausbeutung der Lagerstätte übernahm die 1922 gegründete bergrechtliche Gewerkschaft Baden.

Der Abbau im Kalibergwerk Buggingen war durch eine Reihe bergbaulicher Probleme schwierig. Mit zunehmender Tiefe stieg die Temperatur pro 25m um 1 Grad. Dieser außergewöhnlich hohe Anstieg verursachten in den tiefsten Grubenteilen eine Temperatur von 52 Grad. Daher wurde die reine Arbeitszeit der Kumpel auf 6 Stunden begrenzt.

Die Gesteinsschichten enthielten Methan so das die Kalilagerstätte als schlagwettergefährdet eingestuft werden musste. Die über den Kalilager liegenden Gesteinsschichten waren nicht vollständig verfestigt und Hohlräume mussten massiv abgestützt werden. Dies geschah anfangs durch Holzausbau. Am 07.05.1934 kam es zu einem Grubenunglück bei dem 86 Bergleute starben. Nach diesem Unglück wurden nur noch Stahlstützen verwendet.

1964 ging der neue Schacht bei Heitersheim in Betrieb. Mit 750000 Tonnen Rohsalzförderung im Jahr 1966 wurde hier die höchste Jahresförderung in seiner Geschichte erreicht. Mitte der 60er Jahre traten erste Absatzschwierigkeiten auf die durch amerikanische Konkurrenz verursacht wurde. Dies führte Anfang der 70er Jahre zu einen Minus von 30 Millionen Mark. Der Betrieb war unwirtschaftlich geworden und im Mai 1973 kam es zur Schließung.

Am 06.07.1996 wurde ein Kalimuseum in Buggingen eröffnet. Originalaufnahmen sowie Ausstellungsstücke aus der Betriebszeit bringen den Besuchern 50 Jahre Kalibergbau nah. Im Jahr 2001 wurde vom Bergmannsverein ein alter Stollen erworben. In 3jähriger Bauzeit wurde von ehemaligen Kalikumpel der Stollen bergmännisch ausgebaut. Der Besucher kann sich hier auf einer Länge von 110m ein Bild von der Arbeit der Kumpel machen.

Quelle: Wikipedia

Bergbaurecht in Deutschland

Das Gesetz unterscheidet zwischen bergfreien und bodeneigenen Bodenschätzen.
Unter den bodeneigenen Bodenschätzen versteht man Rohstoffe die zum Grundstück gehören da sie sich unter diesen befinden. Sie gehören zum Eigentum des Grundstückbesitzers. Dazu gehören Sande, Tone und Gesteine. Die meisten Erze, fossile Brennstoffe sowie Erdwärme sind bergfreie Bodenschätze und können nicht dem darüber liegenden Grundstück zugeordnet werden. Die Nutzung dieser Bodenschätze kann bis zur Enteignung des Grundstückbesitzers führen. Zumindestens eröffnet das Gesetz die Möglichkeit dazu.


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