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2017-11-05

Fundstellen Kiesgruben Erfurt und Stotternheim









Kiesgruben Erfurt und Stotternheim

Erfurt

Fährt man von Erfurt in Richtung Schwerborn, die K52 entlang, so kommt man etwa 1km nach dem Stadtende am Werksweg des Erfurter Kieswerkes vorbei. Ebenfalls auf der linken Seite befindet sich ein See dem man wie den Werksweg ignoriert und noch einige hundert Meter weiter fährt. Von der Straße aus sieht man auf der linken Seite die Kiesgrube mit einen großen Bagger. Ebenfalls links befindet sich eine befestigte Abfahrt die ideal zum parken ist. Einige Meter übers Feld und man ist in der Kiesgrube.

Viel Überkorn liegt immer vor dem Bagger sowie an der Grubenwand in nördlicher Richtung.

Schneekopfkugel: Achat

Calcit

abgerollte Schneekopkugel

Es ist entsprechend der Jahreszeit zu beachten, das in der Steilwand eine Kolonie Seeschwalben brütet. In diesem Gebiet sollte man sich nach den Bestimmungen des Naturschutzes bewegen.

Ein Besuch der Kiesgrube ist nur am Sonntag möglich, da in der Grube Montags bis Sonnabends gearbeitet wird.

Stotternheim

Schwerer zu finden sind die Überkornhalden von Stotternheim da das Abbaugelände und der Lagerplatz für das Überkorn weit voneinander entfernt sind. Über mehrere hundert Meter lange Förderbänder wird der Kies zu den Sieben transportiert die sich in der Nähe der Überkornhalden befinden. Das Haldengelände ist ein breiter Strand unmittelbar vor einen See. Da ich das Gelände mit dem Fahrrad befahre kann ich keine näheren Angaben über eine Anfahrt mit dem Auto machen. Wahrscheinlich ist es am günstigsten über die Schwerborner Straße in den Luthersteinweg einzubiegen. Dieser ist gut befahrbar. Ein Zugang von der L 2141 ist nicht möglich da der Weg vor einer Absperrung endet.

Schneekopfkugel Quarz
Schneekopfkugel Amethyst







Detailaufnahme oben links


Geologie

Die Entstehung der Kieslagerstätten bei Erfurt und Gotha sind Ereignissen im Pleistozän zu verdanken.(2 Mill.Jahre bis 10.000 Jahre v.Chr.) Während mehrerer Eiszeiten hatten sich große Eismassen von Skandinavien bis nach Süden vorgeschoben. Ein Vorstoss erreichte sogar den Raum bis Erfurt. (Elsterglazial) Gewaltige Mengen von Gesteinsschutt entstanden an den Talhängen des Thüringer Waldes. Während der Kaltzeiten fielen in unseren Gebiet riesige Mengen von Niederschlag in Form von Regen. Diese Regenfälle verursachten Erosionsprozesse und lösten Transportströme von Gestein aus. Der scharfkantige Schutt wurde zerkleinert, zerrieben und gerundet. Bei nachlassender Strömung, in den Talniederungen, wurde der zerkleinerte Gesteinschutt in Form von Kies- und Sandbänken abgesetzt.

Im Laufe der Zeit wuchsen die Bänke zu großen Schotterflächen zusammen, die heute als Niederterrasse an der Gera entlang zu finden sind. Die Mächtigkeit schwankt im Raum Erfurt zwischen 5 und 15 Meter.

Pseudomorphose Calcit nach Baryt ?

Die Kiese bestehen zu etwa 60-70% aus Quarzporphyr des Thüringer Waldes. Zu etwa 25% aus Karbonatsteinen, 5% Sandsteinen sowie Quarzen und nordischen Material.

Fundstellenbericht

Beide Kiesgruben bieten den mineralogisch sowie petrologisch Interessierten Sammler ein reiches Betätigungsfeld. Ich habe in diesem Jahr eine Reihe von Kiesgruben besucht und die Kiesgruben bei Erfurt und Stotternheim scheinen mir die Interessantesten zu sein.

Auffallend gegenüber den Kiesgruben im Raum Arnstadt und Ohrdruf ist der Bestand an Metamorphiten. Biotitschiefer, Glimmerschiefer und Granatglimmerschiefer konnte ich bisher beobachten. Schneekopfkugeln, die aus den Höhenlagen des Thüringer Waldes hierher verbracht wurden sind regelmäßig zu finden.

Das methamorphe Gestein in den Kiesgruben Erfurt und Stotternheim dürfte seinen Ursprung im Elsterglazial haben. Nordisches Inlandeis erreichte im Quartär die Linie Erfurt-Schmira-Weimar. Die Eisrandlage läßt sich in einigen Kiesgruben an den großen Blockpackungen erkennen. (z.B in Stotternheim) Das methamorphe Gestein dürfte somit nordisches Material sein. Die Kiesgruben z.B in Schwabhausen oder Ohrdruf wurden nicht vom Elsterglazial erreicht. Damit erklärt sich auch die verschiedenartige petrografische Zusammensetzung der Kiesgruben.

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