> Gedichte und Zitate für alle: Einführung, Interpretation und Bedeutung "Reineke Fuchs" von Johann W.v.Goethe

2017-11-09

Einführung, Interpretation und Bedeutung "Reineke Fuchs" von Johann W.v.Goethe

Literatur

Das Epos wurde im Jahr 1794 veröffentlicht. Schon im frühen Mittelalter (Echasis captici um 1040, in Frankreich Roman de Renart u.v.a.m) war der Stoff bekannt und ist in zahlreichen Versionen erhalten. Goethe kannte das Motiv bereits in seiner Jugend. (Siehe unten stehenden Auszug aus den Brief an seine Schwester vom 13.10.1765)

"Reineke Fuchs – Vor Jahrhunderten hätte ein Dichter dieses gesungen? Wie ist das möglich? Der Stoff ist ja von gestern und heut." 

1752 veröffentlichte Gottsched eine Ausgabe die eine Prosaübersetzung der sogenannten Lübecker Fassung war, die wiederum die niederländische Volksdichtung Reynke de vos als Grundlage hatte. Als Goethe 1793 nach der Kanonade von Valmy und während der Belagerung von Mainz daran ging an seinen "Reineke" zu arbeiten benutzte er die Lübecker Fassung als Grundlage. Für die gesamte Dichtung bediente sich Goethe des klassischen Hexameters. Rückblickend äußerte der Dichter sich dahingehend das sein Werk eine "zwischen Übersetzung und Umarbeitung schwebende Behandlung" erfahren hätte. Durch die Benutzung von Hexametern sowie sprachlichen Aspekten gelang es Goethe ein eigenständiges Kunstwerk zu schaffen.

Handlung: Nobel, der König der Tiere, hält Hoftag und bis auf Reineke sind alle erschienen da er die Klagen der von ihm betrogenen und hintergangenen Gegner fürchtet. Seine Angst hält Reineke jedoch nicht davon ab zwei Gesandte des Königs in ein Hinterhalt zu locken aus dem sie sich nur mit großer Mühe entziehen können. Ein Verwandter von Reineck, Grimbart der Dachs, gelingt es ihm zur Reise an den Hof zu überreden. Er wird angeklagt und zum Tod am Galgen verurteilt. Bereits auf der Leiter zum Galgen stehend, gelingt es ihm Nobel umzustimmen indem er von einer angeblichen Verschwörung und einem Schatz berichtet. Er wird frei gesprochen und zwei seiner Erzfeinde müssen ins Gefängnis. Reineck geht zurück in seine Burg und ermordet seinen Begleiter den Hasen. Die neue Freveltat führt das der enttäuschte König und seine Gegner ihn erneut verfolgen und zu einem Feldzug rüsten. Doch Reineke kann sich, unterstützt von seinen Freunden und der Königin wieder rechtfertigen. Er wird zum Reichskanzler erhoben und lebt ohne Sorgen und Mühe weiter.

Goethe will mit dem Reineke Fuchs seinen Zeitgenossen einen Spiegel vorhalten. Höfe und Regenten werden anhand der Hofhaltung und der charakterlichen Darstellung Nobels kritisiert. Für Goethe ist die Arbeit an dem Epos eher ein sich zurückziehen von den Streitereien der Welt und die Arbeit am Werk ist eher als eine Flucht aus der Realität zu verstehen. Es ist sicher kein Zufall das Goethe gerade zu dieser Zeit, in der Europa "brannte" ( Französische Revolution, Erster Koalitionskrieg) diesen heiteren Stoff wählte. 


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