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2017-11-03

Elegie: Entstehung und Geschichte



Elegie griech. elegos=Trauergesang mit Flötenbegleitung
In der griechischen Antike nannte man jedes Gedicht mit elegischen Versmaß (Distichon) eine Elegie. Zu diesen formalen Kriterium gesellte sich später ein inhaltliches dazu und ein wehmütiges, klagendes Gedicht wurde Elegie genannt. Allerdings wurde auch schon in der antiken Literaturtheorie traurige Stimmungsbilder, ohne das das Gedichte im Versmaß von Distichen geschrieben waren, Elegie genannt. Wichtige griechische Elegiendichter waren z.b. Solon, Xenophanes oder auch Archilochos von Paros. Die Römer griffen, wie bei so vielen Dingen, auf die griechische Elegie zurück. Die Thematik änderte sich nicht entscheidend und war etwa gleich. Später wurde das Liebesereignis zum zentralen Motiv. Bedeutende römische Elegiendichter waren Properz und Ovid.
William Adolphe Bouguereau –
Die Elegie (1899)


Im Mittelalter waren fast nur inhaltliche Stoffe in der Elegiendichtung maßgebend und Trauer bzw. Klage wieder das beherrschende Thema. Der Barockdichter Martin Opitz war nicht nur ein anerkannter Lyriker seiner Zeit, sondern der führende
Literaturtheoretiker des 17. Jahrhunderts der mit seinem Buch  "Von der deutschen Poeterey" eine tiefgreifende Literaturreform einleitete. (siehe auch: Die Literaturreform von Opitz)  Opitz empfahl die Elegie für traurige und wehmutsvolle Themen. In der Aufklärung/Empfindsamkeit wurde die Elegie benutzt um Gefühlsbewegungen darzustellen. Klopstock, der Wegbereiter der klassischen deutschen Literatur, schaffte die Voraussetzung für die Entstehung der klassischen deutschen Elegie. (Goethe: Römische Elegien, Marienbader Elegie) F. Schiller bevorzugte in seinen Elegien die Reimstrophe und inhaltlich beklagt er  den Unterschied von Realität und Ideal. Der Höhepunkt in der deutschen Elegiendichtung wird mit F.Hölderlin erreicht. Die weitere Elegiendichtung nach Hölderlin (Platen, Geibel, Mörike uw.) hat kein schöpferisches Potential mehr sondern ahmt schon Dagewesenes nach. In der neueren deutschen Literatur sind die "Duineser Elegien" von R.M.Rilke von einiger Bedeutung.


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