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2017-11-18

Geniezeit: Sie wirkte auf alle Bereiche der Kunst und Kultur ....


Geniezeit wird auch Genieperiode genannt und ist eine Strömung der Literatur in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der man das Genie als die höchste Form menschlicher Entwicklung ansah. Sie wirkte auf alle Bereiche der Kunst und Kultur und erreichte im Sturm und Drang ihren Höhepunkt beeinflußte aber auch die Romantik und lebt in der Philosophie Nitsches vom Übermenschen weiter fort. 

Der Begriff Genie kommt aus dem lateinischen genius und heißt übersetzt soviel wie etwa Geist, Natur, Begabung. Für Diderot ist das Genie eine Person die schöpferisch tätig ist und mit göttlicher Begeisterung seine Werke schafft. Aus England (E. Young, Shaftesbury) wird der Begriff dahingehend definiert, das ein Genie im Einklang mit der göttlichen Natur handelt und als schöpferische Person selber in den göttlichen Stand erhoben wird. 

Durch J.G. Hamann bzw. M. Mendelsohn findet der Subjektivismus Eingang in die deutsche Philosophie und Dichter wie Gellert, Lessing oder Herder ergreifen Partei für das Genie das sich nicht an vorgefertigten Regeln oder Muster hält, sondern diese selber erschafft. Die Auffassung von der Gottähnlichkeit wird insbesondere von J.K.Lavater vertreten. Die Generation dieser Dichter will sich ganz bewußt von den sogenannten Philistern unterscheiden indem sie die Freundschaft zum Kult erhebt bzw. Naturschwärmerei oder auch Sinnlichkeit exzessiv betreibt. 

Insbesondere in der dramatischen Dichtung findet die Geniezeit ihren Niederschlag. Hauptvertreter sind J.W.v.Goethe, F.Schiller, F.M.Klinger, J.M.R.Lenz die in Homer oder Shakespeare und in der Volksdichtung den genialen Gedanken verwirklicht sehen. 

In der Geistesgeschichte Deutschlands bewirkt die Geniezeit den endgültigen Sieg des Bürgertums als die kulturtragende Schicht. 




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