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2017-11-12

Lehrdichtung: ist eine lehrhafte Dichtung zur Wissensvermittlung ...................


Die Lehrdichtung ist eine Dichtung zur Wissensvermittlung im poetischen Gewand. Einige Gattungen dieser Dichtungsart sind ihrem Inhalt nach in den Grenzbereich einzuordnen. (z.b. Fabel, Legende) Im Mittelalter und in der Antike sowie in der frühen Neuzeit war die Lehrdichtung weit verbreitet. Ab den 19. Jahrhundert spielt sie nur noch eine untergeordnete Rolle und verschwand fast gänzlich aus der Literatur.

Hesiods "Theogonia" ist die älteste Lehrdichtung die uns bekannt ist und wurde in Hexametern um 700 v. Chr. geschrieben. Aus dem 5. Jahrhundert sind uns zahlreiche Lehrdichtungen philosophischer Art bekannt. In der hellenistischen Zeit wird vor allem wissenschaftliche Lehrdichtung verfasst. (Aratos v. Soloi."Phainomena", Nikandros 2.Jahrhundert v. Chr. "Alexipharmaka") Ovid pflegte insbesondere eine scherzhafte Lehrdichtung wie etwa in seinem Werk "Ars amatoria" im 1. Jahrhundert v.Chr. (deutsch: Liebeskunst) 

Im Mittelalter wurde die Dichtungsart sehr beliebt und war die bekannteste Form der Vermittlung von Wissen. (Thomasin von cirelaere "Der wälsche Gast", Freidank "Bescheidenheit") Im Spätmittelalter wurden neben Dichtungen der großen Form auch zahlreiche kleinere Formen wie Spruchsammlungen, Sittenspiegel oder Moraldichtungen geschaffen. 

Ihre letzte große Zeit erlebte die Lehrdichtung in der Zeit der Aufklärung. In der deutschen Literatur sind vor allem B.H.Brockes ("Irdisches Vergnügen in Gott") oder auch Goethes "Metamorphose der Pflanzen" bekannte Werke der Dichtungsart. Später schuf F. Rückert noch eine Lehrdichtung mit seinem Werk "Die Weisheit der Brahmanen". 


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