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2017-11-03

Lied: sangbare lyrische Gattung die ...........


Eine sangbare lyrische Gattung die zumeist aus gleich aufgebauten Strophen besteht die reimbar sind.

Das Wort Lied stammt aus dem Germanischen und die ursprüngliche Bedeutung ist allgemein Gesungenes oder altnordisch gesungener Zauberspruch. Im altenglischen bzw. mittelhochdeutschen bezeichnet das Wort auch Klage.-, Freundschafts.-Braut.- usw. lieder. Auch epische oder balladeske Formen, im Sprachgesang vorgetragen, werden als Lied bezeichnet. (Heldenlied, Heldendichtung)

Lieder können in sehr viele Arten unterschieden werden. Nach der Art der Entstehung: z.b. Volkslied oder Kunstlied, nach dem Inhalt z.b. geistliches Lied, Soldatenlied oder Naturlied, nach der Art des Vortrages z.b. Tanzlied, Sololied, nach der gesellschaftlichen Aufgabe z.b. Studentenlied, Kinderlied usw. 

Erste deutsche Lieder sind aus dem 9. bzw. 10. Jahrhundert bekannt. z.b. Petruslied oder Galluslied. Seit dem 12. Jahrhundert ist das Liebeslied bekannt das im höfische Minnesang vorgetragen wurde. Als das Bürgertum die tragbare kulturelle Schicht geworden war kamen im 13. Jahrhundert weitere Liedformen hinzu. ( z.b. Scherzlied, Handwerkerlied) Im 16. Jahrhundert wurde der weltliche Gesang zurückgedrängt aber Volkslied und Kirchenlied blieben erhalten. Der Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts nahm lateinische Traditionen auf und brachte sie in Kunstlieder ein. In dieser Zeit trennte sich langsam Text und Musik und und die Textdichtung wurde als eigenständige Lieddichtung anerkannt. In der Barockzeit wurde das humanistische Erbe in das barocke Kunstlied übernommen. (Opitz, Flemming) Das geistliche Lied wurde vor allem von F. Spee, J.Rist oder P. Gerhardt gepflegt. 

Ausdrucksdichtung bzw. Volksliedtraditionen bestimmten die Lieddichtung des 18. Jahrhunderts. (Bürger, Claudius, Klopstock) In Goethes Lieder sind persönliche Erlebnisse und klassische Formen miteinander verbunden. Im 19. Jahrhundert wurde, an Goethe anknüpfend, dessen Liedtypus weiter fortgesetzt. (Romantik: Brentano, Tieck, Lenau) Das Volksliedhafte wird bei Eichendorff oder Uhland hervorgehoben. 

Bei Rilke, George oder Liliencron erschließt das Lied völlig neue Thematiken und es entstehen neue Arten des Liedes wie z.b. politische oder nationale Lieder. Versuche die historischen Formen neu zu beleben scheiterten und sind nur als Nachahmung, ohne Neuwert, zu betrachten. (z.b. H.Hesse )



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