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2017-11-03

Poetik: ist die Lehre von der Dichtkunst..............


Poetik ist die Lehre von der Dichtkunst. Anfangs verstand man unter den Begriff die Anweisung zum handwerklich "richtigen Dichten". (Siehe auch: Die Dichtungsreform von M.Opitz)  Seit der Zeit des Sturm und Drang steht Poetik für die theoretische Auseinandersetzung mit den inneren Strukturen, den Gattungen und Ausdrucksmittel der Dichtkunst. Die antiken Poeten, insbesondere Aristoteles und Horaz, übten bis zur Zeit der Aufklärung eine großen Einfluß auf die europäische Poetik aus. Von Aristoteles ist als Fragment eine Schrift überliefert indem er sich mit der Tragödie, dem Epos und der Komödie beschäftigt. (Gattungspoetik) Horaz dagegen wendet sich in seinen literaturtheoretischen Schriften den Aufgaben eines Dichters zu und kommt zu dem Schluss das Dichtung erfreuen und nutzen soll. 

Im Mittelalter waren Dichtungslehren weitgehend unbekannt und erst mit dem Meistersang (Liedkunst im 16. und 17. Jahrhundert) wurden wieder Lehren der Dichtkunst entwickelt. Durch die Wiederentdeckung der Antike (Renaissance) entstanden insbesondere in Italien und Frankreich zahlreiche Dichtungslehren. Im 17. Jahrhundert veröffentlichte der deutsche Barockdichter M. Opitz sein Buch "Von der deutschen Poeterey" (1624) das lange Zeit das Standardwerk zum "erlernen" der Dichtkunst blieb. Ein großer Verdienst von M. Opitz besteht darin, das er in der Poesie den Gebrauch der deutschen Sprache fordert die sich in der Barockzeit allmählich gegen das Latein durchsetzt. 

Einen Literaturstreit wurde von J. Ch. Gottsched (siehe: Die Überwindung der Ästhetik von J.C.Gottsched) entfacht der darin bestand, ob in der Poesie Vernunft oder Gefühl geschmacksbildend sein solllte. Gottsched war der letzte Anhänger einer Poesie die durch die Vernunft geregelt sein sollte. Die beiden Schweizer Philologen Bodmer und Breitinger entschieden den Streit für sich und gehören damit zu den Vorbereitern der Klassik. (sie stehen unter den Einfluß des engl. Sensualimus-etwa Gefühlsdichtung)

Der Sturm und Drang brachte eine eine radikal neue Auffassung über die Aufgabe von Dichtungslehren mit sich. Vom Verstand geleitete und eine von Regeln bestimmte Poetik wurde abgelehnt sondern Dichtung sollte aus einem inneren Drang heraus entstehen. 

Die deutsche Klassik richtete sich nicht nach der klassizistischen Poetik sondern wurde von der Auffassung von J. J. Winckelmann bestimmt der die antike Kunst idealisierte. Schiller und Goethe bemühten sich um eine Gattungstheorie der Poetik die darauf hinaus lief das Goethe die Dichtung in Lyrik, Epik und Dramatik einteilt. (Briefwechsel Schiller-Goethe, Goethe 1797 "Über epische und dramatische Dichtung, Schiller 1795 "Über naive und sentimentalische Dichtung")

Im 20. Jahrhundert wurden neue Impulse von B.Brecht gesetzt der das epische Theater begründet und die aristotelische Dramaturgie ablehnt.




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