> Gedichte und Zitate für alle: Reim: Der Reim in heutigen Sinne ..........

2017-11-03

Reim: Der Reim in heutigen Sinne ..........


Der Reim in heutigen Sinne ist erst seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Es ist der Gleichklang von zwei oder mehreren Worten im letzten Vokal . (bringen-singen) Der Reim kann zur Ausschmückung oder zur Gliederung von Strophen verwendet werden. 

Reime werden in sehr vielen Sprachen verwendet so auch im klassischen Latein, was wiederum Einfluß auf den vorderen Orient nimmt. Im deutschen Sprachraum findet man den Reim bis zurück ins althochdeutsche. In der Barockdichtung wurde der Reim für allerlei "Reimspiele" benutzt ehe Klopstock auf antike Versformen zurückgriff und formal freie und reimlose Gedichte schrieb. Im 19. Jahrhundert konnte der Reim nochmals seine Vormachtstellung einnehmen, wurde dann aber im Naturalismus und Expressionismus sowie in der Gegenwart oft durch reimfreie Lyrik ersetzt. 

Die wichtigsten Arten des Reims sind:

Nach der Qualität
1. Reiner Reim: Vollständige Übereinstimmung von von 2 Worten in Konsonanten und Vokalen.
Ein Traum, gar seltsam schauerlich,
Ergötzte und erschreckte mich.      
(H.Heine)     

2. Unreiner Reim: Nur annähernde Gleichheit der Konsonanten. Unreine Reime können auch mundartlich bedingt sein. (Höhn-stehn, sprießen-grüßen)
Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute
Klinge, kleines Frühlingslied
Kling hinaus ins Weite. 
(H.Heine)

Nach der Quantität
3. Nach der Länge des Reims. Männlicher Reim ist einsilbig und endet in einer Hebung.
Mohr-Ohr

Weiblicher Reim: Zweisilbig wobei die vorletzte Silbe betont wird.
Magen-Klagen

4. Doppelreim: Eine Bindung des Reims aus zwei aufeinander folgenden reimenden Wortpaaren.
Die Abendwinde wehen,
Ich muß zur Linde gehen. 
C.Brentano

5. Rührender Reim: Gleichklang des Konsonanten vor der Reimsilbe.

Nach grammatischen Kriterien
6. Paarreim: aa-bb
Ein Traum, gar seltsam schauerlich,
Ergötzte und erschreckte mich.
Noch schwebt mir vor manch grausig Bild,
Und in dem Herzen wogt es wild.
H.Heine
Sonderform: aaaa, bbbb usw.

7. Kreuzreim: abab  
Eine Rose hat geblühet
Also süß, geheimnisreich,
Daß selbst Gott für sie erglühet,
Und geworden Menschen gleich.
C.Brentano

8. Umarmender Reim: abba   
Ein reiner Reim ist sehr begehrt,
doch den Gedanken rein zu haben,
die edelste von allen Gaben,
das ist mir alle Reime wert.
Goethe

Reime am Versanfang
9. Anfangsreim: Recht seltene Form des Reims in den sich die ersten Worte zweier aufeinander folgender Verse reimen.
Hiebe sind nicht sehr beliebt
Liebe.......


Reime im Versinnern
10. Schlagreime: zwei aufeinander folgender Worte in einem Vers reimen sich.
Quellende, schwellende


Die hier aufgelisteten Reime sind nur eine kleine Auswahl bekannter Reimarten. Es existieren noch zahlreiche Grund.-und Sonderformen.

Keine Kommentare: