> Gedichte und Zitate für alle: Vagantendichtung: für weltliche, lateinische Dichtung des 12. und 13. Jahrhunderts ............

2017-11-20

Vagantendichtung: für weltliche, lateinische Dichtung des 12. und 13. Jahrhunderts ............


Vagantendichtung ist eine Bezeichnung die umstritten ist und die für weltliche, lateinische Dichtung des 12. und 13. Jahrhunderts benutzt wird. Dabei sind die verschiedensten Gattungen gemeint wie z.b. Tanz-Bettel-Buhl-Scheltlieder sowie Satiren und Schwänke. Die in den meisten Fällen anonymen Dichter und Werke waren wahrscheinlich Vaganten die der Dichtungsart auch ihren Namen gab. Auch Personen der höheren Geistlichkeit werden als Autoren diskutiert während ein Teil der Werke nach antiken Vorbild wohl als Übungsstücke, Lehrstücke und Schulpoesien aufzufassen sind.

Gemeinsam ist der Dichtungsart eine jugendliche unbekümmerte, auf Lebensgenuss orientierte  Lebenseinstellung. Daseinsfreude jeglicher Art und Opposition gegen autoritäre Personen (insbesondere kirchliche und weltliche Würdenträger)  aus allen Bereichen sind weitere Merkmale der Vagantendichtung. Kritisiert wird der Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit oder zwischen Soll und Haben. 

Die Thematik der Dichtungen machen auch oft nicht vor Sakralen halt und ein weiterer Themenkreis der Werke  ist dem ungebundene Sinnes-und Lebensgenuss gewidmet. Der Stil der Vagantendichtung ist realistisch, witzig und voll von Anspielungen. Das verrät das die Autoren einen hohen Bildungsstand besessen haben müssen und das ihnen die klassische antike Literatur bekannt war. Die Sprache war nicht das klassische Latein sondern man erlaubte sich stilistische und grammatische Freiheiten. Hin und wieder gibt es Einschübe von lateinisch-deutsch oder französisch-deutsch und manchmal gibt es auch volkssprachliche Aspekte auf die man zurück greift. Die Chor-und Tanzlieder sind meist mit einem Refrain versehen und wurden auch gesungen. 

Einige der Texte lassen sich Autoren zuordnen so z.b. Hugo von Orleans (1093-1160) oder Walter von Chatillon. (1135-1201) Ein großer Teil der Lieder wurden gesammelt und in der sogenannten Carmina Burana zusammengefasst. Diese Handschrift wurde im Kloster Beniktbeuren entdeckt und befindet sich heute in der Staatsbibliothek München. 



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