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2018-12-03

Gedichte von Harro Harring: Auf dem Rheine (1)




Auf dem Rheine

Dämmernd der Morgen graut!
Freudig auf Gott vertraut,
Muthig hinaus!
Stürmend in's Leben ein,
Lächelt doch Sonnenschein,
Wird doch der Himmel rein
Nach Sturmgebraus'!

Zukunft hüllt öde Nacht-
Ahnung ist reg' erwacht;
Hoffnung getag; t!
Wogend rauscht wild die Fluth-
Wallt doch das Jugendblut,
Lodert hoch Feuersgluth:-
Muthig gewagt!

Nahend' Gewitter stürmt,
Dunkel auf dunkel thürmt
Drohend sich an:
Fehlt doch die Kühnheit nicht,
Die die Gefahr durchbricht,
Dringend durch Nacht zum Licht,
Auf wilder Bahn!

Berg, Wald und Thal entflieht;
Scheidend hinunter zieht
Jegliche Luft.-
Jegliches Gut entschwebt;
Nur die Erinn'rung lebt,
Die uns're Seele hebt,
Warm in der Brust.

Fesselnd mit hehrer Macht,
Hält treu das Herz bewacht,
Was es empfand.
Thränen im Scheideblick,
Schaut noch das Aug' zurück
Auf schnell entschwunden Glück
In fernes Land.

Bebet das wunde Herz,
Bricht es in herbem Schmerz,
Kennt Lind'rung nicht:
-Fahre, du gold'ner Stern!
Ewig dem Lichte fern,
Schwebt doch der Blick so gern
Ins Sonnenlicht!

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