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2019-01-29

Gedichte von Johann Otto Thiess: Trost im Tode (20)




Trost im Tode

Wenn mein Stündlein vorhanden ist,
Und ich die finstre Strasse
Soll wandern, o Herr Jesus Christ,
Alsdann mich nicht verlasse!
In meiner lezten Todesnoth,
Im lezten, lezten Kampf, o Gott,
Las mich dann nicht erliegen!

Zwar meiner Sünden ganzes Heer
Wird mich dann schrecklich nagen,
Denn ihrer sind wie Sand am Meer,
Doch will ich nicht verzagen;
Ich tröst mich deiner lezten Angst,
Wie du so mit dem Tode rangst,
Um meine Schuld zu büssen.

An deinem Tode habe ich Theil,
Des tröst ich mich von Herzen,
Er ist in meinem Tod mir Heil,
Trost in dem bängsten Schmerzen!
So sterb ich froh, ich sterbe dir,
Ein ewigs Leben hast du mir
Durch deinen Tod erworben.

Aus deinem Grab gingst du hervor,
O göttlicher Gedanke!-
Wie hebest du mein Herz empor,
Daß ich nicht traurig wanke;
Nein, nun wankt meine Hofnung nicht,
Mir strahlt auf Todeswegen Licht,
Auch ich werd auferstehen!

So fürcht ich nicht des Todes Graun,
Nicht der Verwesung Schrecken,
Ich weis, es ist der Weg zum Schaun,
Mein Heiland wird mich wecken!
Wenn er aus meiner stillen Gruft
Mich dann zum ewgen Leben ruft-

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