> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Johann Otto Thiess: Morgenlied am Frühlingstage (14)

2019-01-29

Gedichte von Johann Otto Thiess: Morgenlied am Frühlingstage (14)




Morgenlied am Frühlingstage

Wie ist doch deine Welt so schön,
o Gott, wie freu ich mich,
daß ich bin, daß ich sie kann sehn,
sie sehn und preisen dich!

Ja, Freude, das ist ein Gebet,
das dir gefällig ist;
wer traurig nur im Winkel steht,
der ist kein guter Christ.

Die ganze Schöpfung um mich her,
im Sonnenschein und Sturm,
rund um mich Luft, und Erd, und Meer,
und Elephant und Wurm,

und was hoch in den Wolken schwebt,
und tief in Gründen ist,
und was auf Erden lebt und webt,
sagt mir, wie gut du bist!

Die Sonne ruft voll Majestät:
gros ist der Liebe Macht!
Der Morgenstern, der vor ihr geht,
Ruft es noch in die Nacht.

Wie glänzet da schon Berg und Thal,
wie öffnet sich das Feld,
wie regt es sich all überall,
wie schön ist Gottes Welt!

Ich knie hin auf freier Flur,
mir ist so wunderbar.
Dein Tempel, Gott, ist die Natur,

Keine Kommentare: