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2019-01-26

Gedichte von Karl Lappe: Mein Vaterland (9)





Mein Vaterland

Dort, wo die schäumenden Wellen
Den buntgedämmten Strand
Mit wildem Brausen umschwellen,
Dort ist mein Vaterland.
Von dir, du trautes, geschieden,
Ergreift die Sehnsucht mich.
Die liebsten Wünsche hienieden,
Ich knüpfe sie an dich.

Ich möcht'  im biederen Kreise
Der Jugendfreunde seyn,
Nach alter, traulicher Weise
Mit ihnen mich zu freun.
Ihr nie vergessenen Brüder,
Wann schwingen wir einmahl
Beym Klange festlicher Lieder,
Wie ehmals den Pokal?

Auf deinen blühenden Feldern,
Vom Meere nicht zu fern,
In deinen rauschenden Wäldern,
Wie siedelt' ich so gern!
Man lebt in Vaterlandslüften
Sein Leben doppelt süß,
Man baut in schreckenden Klüften
Ein reitzend Paradies.

O daß zum Bunde der Treue,
Aus deiner Mädchen Schaar,
Sich mir die lieblichste weihe,
Mit blondem Lockenhaar,
Mit Gluth im flammenden Blicke,
Mit Treu' in stiller Brust!
Ich nähr' am lächelnden Glücke
Der Vorempfindung Lust.

Und dort, wo, Ruhe zu finden,
Mein Vater hiebevor
Bey jenen doppelten Linden
Sein enges Haus erkor,
Dort, dort mit frommem Gefühle
Erwählt' auch ich mein Grab,
Und bräch' am späteren Ziele

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