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2019-01-20

Gedichte von Robert Hamerling: Nacht und Morgen (13)





Nacht und Morgen

Weicht ihr, trübe Stunde
Weichst du, lange Nacht,
Leidvoll überwunden,
Thränenvoll durchwacht? 
Matter seh' ich scheinen 
Mondes Zauberlicht, 
Das mit Sehnsuchtspeinen 
Nacht für Nacht mein Herz umflicht. 

Morgendlich die Winde
Von den Bergen weh'n.
Gruß dem holden Kinde
Hinter jenen Höh'n!
Licht ist mir ihr Bildniß,
Das wie Sonnengold
Durch des Herzens Wildniß
Seine Flammenströme rollt.

Freundlich weckt der Morgen
Holde Sangeslust.
Knospen sind die Sorgen,
Keimend in der Brust:
Mitternächtlich nieder
Thränen auf sie thau'n,
Und als holde Lieder

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