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2019-02-16

Gedichte August Herrmann Niemayer: Der rechte Sinn (10)



Der rechte Sinn

Wem, Hermanns Erbe! deine Schmach,
Dein Sclavenjoch das Herz nicht brach,
Dem reich' ich traurig nur die Hand:
Er ist dein Sohn nicht, Vaterland!
Wem kalt die Brust dein Siegesfest,
Stumm dein Triumph die Lippe läßt,
Schein' er auch noch so weis' und gut,
Es wallt in ihm kein deutsches Blut.
Verachtung dem und Spott und Hohn,
Der bey den Fremden geht zur Frohn,
Dem Frevel, weil er herrscht und siegt,
Sich freundlich stellt, sich knechtisch fügt.
Doch bleib' auch fern von mir der Mann,
Der fremd Verdienst nicht dulden kann;
Der, ob er Edles sieht und hört,
Engherzig ihm den Rücken kehrt.
Der Freyheit ziemt Gerechtigkeit,
In ihrer des Deutschen Kraft gedeiht.
Gerechtigkeit war Deutschlands Ruhm.
Bewahr' uns Gott dieß Eigenthum!

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