> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte August Herrmann Niemayer : An Selmas Schutzgeist (5)

2019-02-16

Gedichte August Herrmann Niemayer : An Selmas Schutzgeist (5)




An Selma's Schutzgeist

O all ihr Mächte, die mit bedeckendem
Vertrauen Fittig ihr um die Unschuld schwebt,
Schützt, weinend fleh' ich, schützt allmächtig
Die Engelseele meiner Selmar!

So geht, erscheint ein himmlischer Genius
Der Tugend Urbild, unter den Sterblichen,
So wandelt er; so Streit sein Auge
Ihm Unschuld und ein hoher Friede.

So wandelt Selma, schöner Gespielinnen
Die schönste, feyert blumiger Frühlinge
Den zwölften heut, vom Sturm und Wetter
Noch unberührt in stiller Wonne,

Hoch schaun vom Himmel segnende Engelreihn
Auf sie herab, umarmen dem Bruder, dich,
Dich, dem der schöne, hohe Loos fiel,
Die Schwester schützen zu begleiten.

Ach Breite, breite dich um die Blume her
Den Flügel, daß, wenn heißer der Sonnenstrahl
Sie trifft, genährt von Silberquellen,
Mir Selma, Selma mir nicht welke!

Entfleuch, entfleuch der Gasse nden Schmeicheley
Entweihnder der Blick! Fleuch mit der gestählten
Stirn,
Der Tugend Hasser! Denn die Stätte,
Wo Selma wandelt, ist ein Tempel.

Nein, nie entweihen Frevel dieß Heiligthum;
Selbst Staub der Schwäche, weh' ihn, o weh'
ihn weg!
Ach schüze, fleh' ich, schütz' allmächtig

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