> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Hermann Rollett: Brief (4)

2019-02-10

Gedichte von Hermann Rollett: Brief (4)





Brief


Das war ein Balsam für mein wundes Herz,
Das war ein kühler Thau für meine Seele,
Die, schon verschmachtend, trank den heißen Schmerz,
Daß nicht der kalte Gram zu Tod sie quäle.

Das war ein Wehen milder Abendluft
Nach heißem Tag, an dem ich sterben wollen,
Es war ein Klang, es war ein Stral, ein Duft,
Der aus dem Himmel deiner Lieb gequollen.

Wie einer Blume zaubervoller Schein
Ist meinem Aug ein jedes Wort gewesen,
So mag den hellen Sternen oben sein,
Wenn sie die Blumenschrift der Erde lesen.

Und so auch mag dem Frühlingshimmel sein,
Wenn er es sieht, wie durch sein heißes Küssen
Die Blumenengel aus dem Knospenschrein
Mit Blütenflügeln auferstehen müssen.

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