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2019-02-09

Gedichte von Justus Christian Gottlieb König: Lied am Morgen (6)




Lied am Morgen

Gottlob! so bin ich denn erwacht
Und seh' die Sonne wieder,
Wie Mancher sank in dieser Nacht
Im Todes Schlummer nieder?
Ihm leuchtet nicht
Der Sonne Licht!
Drum soll für neues Leben
Dich jetzt mein Lied erheben.

Ich fühle neue Kraft in mir
Und Stärke, diesen Morgen,
Allgütiger! ich nah mich dir,
Du kennest meine Sorgen.
Weißt, was mir fehlt,
Doch schon gewählt
Hast du mein Glück auf Erden
Und Leiden, die mir werden.

Noch weiß ich nicht, was diesem Tag,
Du Vater! mir beschieden.
Doch was mich immer treffen mag,
Es dient zu meinem Frieden.
Nur Saat Ist's hier;
Dort erndten wir!
O! laß von meinen Tagen
Mich keinen dort verklagen!

O! laß mich für die Ewigkeit
Doch reiche Saat gewinnen!
Wie kurz ist unsre Spanne Zeit?
Und ach! wie eilig rinnen
Die Stunden ab,
Die Gott uns gab,
Zu höhern Seligkeiten
Uns würdig zu bereiten?

Was nüzt der Beifall dieser Welt-
Was Reichthum, Ruhm und Ehre?
Wenn einst mein letztes Sandkorn fällt,
Und dieser Trost nicht wäre,
Daß Jesus Christ
Mein Mittler ist;
Daß ich für meine Sünden
Durch ihn kann Rettung finden!

Du hast die Sünde nie verschmäht,
Die reuend zu dir kamen.
Erhöre was dein Kind jetzt fleht,
In Jesu Christi Namen:
Herr! gib mir Kraft
Die Leidenschaft
Zu dämpfen, daß die Sünde
Bei mir nicht Eingang finde!

Gott! stärke du selbst den Entschluß
Ich wil heut besser werden!
Will weise seyn, bei dem Genuß
Der Güter dieser Erden.
Mein Herz sey dein,
Mein Wandel rein!
Zu allen Thun und Wegen

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