> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Justus Christian Gottlieb König: Das Fünklein (3)

2019-02-09

Gedichte von Justus Christian Gottlieb König: Das Fünklein (3)




Das Fünklein

Ein kleines Fünklein in mir glüht,
Das such ich anzufachen;
Und wo mein Aug was Schönes sieht,
Pflegt's in mir zu erwachen.

Natur! aus deinem vollen Schooß
Hab' allstets ich getrunken;
Aus dir das Öl zur Nahrung floß,
Für meinen Feuerfunken.

Gott hat mir in das Herz hinein
Das Fünklein tief geleget.
Nichts ist so groß, nichts ist so klein,
Wo sich's in mir nicht reget!

Auf Feld-im Wald-Berg oder Thal,
Mag stehen oder gehen-
's sey wo es sey-all überall
Hör' ich ein heiligs Wehen.

Das tönt so heimlich, himmlisch, mild,
O! wohl dem, der's gehöret!
Nicht-wie ein Waldstrom brausend wild
Die Saat um sich verheeret;-

So sanft und still, wie's Bächlein fließt,
Am Ufer Blumen nähret,
So sanft und still das Wehen ist,

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