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2019-02-22

Gedichte von Karl Henckell: Bettler (9)





Bettler

Blüten, Früchte, Füll' und Farben,
Überfluß der reichen Saat,
Schnitterinnen, eure Garben,
Wie sie wogend mich umwarben,
Als ich Reicher mich genaht!

Meine schönen Schnitterinnen,
Sonnumleuchtet, blau bekränzt,
Trieb für ewig euch von hinnen
Mit dem Netz von Riesenspinnen
Das umschattende Gespenst?

Wüst und leer, wo eure Garben
Üppig sich gewölbt im Rund –
Blüten, Früchte, Füll' und Farben,
Meine reichen Welten starben ...
Sterbend zuckt des Bettlers Mund.

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