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2019-02-27

Gedichte von Karl Henckell: Gesang des Pilgers (39)





Gesang des Pilgers

Fort über Schlünde zu Geländen,
Schlafwandelnd, für Gefahren blind,
Ward ich geführt von Geisterhänden,
Die meines Weges Hüter sind.

Ich ging dahin durch Nacht und Grauen,
Und die Dämonen dräuten dicht,
Nach meinen Schritten mußte schauen
Erschreckt der Menschen Angesicht.

Was will der Männer und der Frauen
Verwundert Fragen nach dem Ziel?
Mein Stern und Stab ist mein Vertrauen
Durchs ungeheuer dunkle Spiel.

Kein fremdes Irrlicht soll mich blenden,
Die eigene Krone sucht das Kind –
Mag jeder Wandrer so vollenden
Das Los, das ihm die Norne spinnt!

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