> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Rudolf Herzog: Liebe (6)

2019-02-19

Gedichte von Rudolf Herzog: Liebe (6)




Liebe

Du gabst dich ihm zu eigen,
Weil du ihn liebtest allzusehr —
Nun herrscht ein dumpfes Schweigen,
Wohin du schreitest, um dich her.

Du gabst dich ihm zu eigen —
Auf Markt und Gassen trägt's der Wind;
Wie sich die Köpfe neigen,
Wie man den Stab dir bricht geschwind.

Du gabst dich ihm zu eigen —
Weil deine Lieb' so mächtig war,
Stieß man dich aus dem Reigen,
Riß man den Kranz dir aus dem Haar.

Kannst du kein Kränzlein zeigen,
Ist doch dein Herz an Glück so schwer.
— Du gabst dich ihm zu eigen,
Kein Gift der Welt berührt dich mehr.

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