> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Rudolf Herzog: Zwei Worte (11)

2019-02-20

Gedichte von Rudolf Herzog: Zwei Worte (11)





Zwei Worte



Und fragt ihr, wer der Sieger ist,

Wer kühn die Schlacht geschlagen:
Nicht Regiment noch Feldobrist
Weiß euch ein Mund zu sagen.
Ein einz’ger Name wird genannt —
Wer hat die Feinde überrannt?
Das Vaterland!

Und fragt ihr, wo der Gatte fiel,
Wo eure Brüder bluten,
Der Sohn auf sturmzerspaltnem Kiel
Schwand in den Meeresfluten:
Die eine Antwort alle eint:
Wem heut nicht mehr die Sonne scheint,
Er blieb — vorm Feind!

Generalbefehl: Schweigt und vertraut!
Hei, war das nötig heute?
Die Jagd ist auf! Ein Hauch, ein Laut,
Und los ist rings die Meute.
Woll‘n wir des Feindes Treiber sein?
Die Lippen fest, das Herz zu Stein!
Schmerz, bist du klein!

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